Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder

Ratingen. Etliche Bürger engagieren sich ehrenamtlich als sogenannte Lernpaten oder Mentoren. Das heißt: Sie treffen sich regelmäßig mit einem Kind oder Jugendlichen und helfen ihnen beim Lernen.

Pädagogen nennen das außerschulische Bildung. Aber bringt die überhaupt etwas? Und wenn ja, wie genau muss diese aussehen, damit das Kind beziehungsweise der Jugendliche davon profitiert? Was bedeutet Qualität in diesem Zusammenhang?

Diesen Fragen ging das „Kommunale Netzwerk der Mentoring- und Patenschaftsprojekte“, welches von der Integrationsbeauftragten der Stadt Ratingen gemanagt wird, bei einer Fachveranstaltung am 11. November im Stadtmuseum nach.

Sozialdezernent Harald Filip nutzte diese Gelegenheit, sich bei allen Teilnehmern, vor allem bei den ehrenamtlich engagierten Paten und Mentoren, für ihren Einsatz zu bedanken. „Mit Ihrem Engagement schaffen Sie einen Ausgleich für ungleiche Startbedingungen der jungen Leute und tragen mit dazu bei, dass die Schullaufbahn von Kindern und die anschließende Berufsausbildung erfolgreich verlaufen.“

Wie wirksam die individuelle Förderung durch einen Mentor oder Paten sein kann, zeigte Prof. Dr. Gisela Steins von der Universität Duisburg-Essen auf. Sie stellte mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen das Beispiel des „Essener Schülerhilfeprogramms“ dar. Dieses hat vor zehn Jahren als Schülerhilfeprojekt angefangen und sich so etabliert, dass die Stadt Essen das Projekt im Rahmen der Jugendschulsozialarbeit weiter finanziert.

Inhalt des Programms ist es, dass Studierende eine Patenschaft für ein Jahr für einen Schüler der Grundschule übernehmen. Ziel dieser Patenschaft ist es, eine entwicklungsfördernde Beziehung zu einem Schüler herzustellen. Diese Vorgabe beinhaltet gemeinsame Aktivitäten, aber auch gemeinsames Lernen. Die zeitlichen Vorgaben sind drei Stunden in der Woche.

Die Befragung von Lehrern und Schülern ist die Grundlage der Evaluation. Dabei wurde deutlich, dass die Schüler in dem Schülerhilfeprogramm sich nicht nur in ihrem persönlichen Verhalten, sondern auch in ihren schulischen Leistungen verbessern. Sie haben eine gute Resilienz entwickelt, um im Alltag zu bestehen und haben somit bessere Teilhabechancen. Der Grund liegt in der Aufmerksamkeit, mit der die Studierenden den Schülern begegnen. Darüber hinaus wird in dieser Beziehung auch Vertrauen aufgebaut, das die Selbstentwicklung der Schüler begünstigt. Des Weiteren hat Prof. Steins ausgeführt, dass die Synchronisierung von menschlichem Verhalten ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, denn die Studierenden übernehmen eine Vorbildfunktion für die Schüler, also Lernen durch Nachahmen. Ergänzt wird dieses Verhalten durch die persönliche Beziehung zwischen den Studierenden und Schülern, denn Bindung kommt vor Bildung.

Die Mitglieder des „Kommunalen Netzwerkes der Mentoring- und Patenschaftsprojekte“ wurden im Verlauf der Diskussion darin bestätigt, dass es verlässlicher Qualitätsstandards bedarf, um verlässliche Partner für die Schulen, Schüler und Eltern zu sein.

Die Qualitätsstandards lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Wo?
Die Förderung findet immer im öffentlichen Raum, wie Schule und Medienzentrum, statt.

Wer?
Die Auswahl findet auf der Grundlage eines persönlichen Gespräches zwischen potenziellem Mentor bzw. Pate und Verein statt. Darüber hinaus muss ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Das Führungszeugnis für ein ehrenamtliches Engagement wird im Bürgerbüro beantragt und ist kostenfrei.

Wie?
Die Mentoren und Paten werden auf ihre Förderaufgabe vorbereitet und regelmäßig durch Qualifizierungs- und Gesprächsangebote von den jeweiligen Vereinen begleitet und unterstützt.

Was nicht?

Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden nicht durch Mentoren und Paten gefördert, da hier sonderpädagogisches Know-how notwendig ist.

Interessierte Paten bzw. Mentoren sowie Eltern und auch Schulen können sich über die unterschiedlichen Initiativen, die sich im „Kommunalen Netzwerk der Mentoring- und Patenschaftsprojekte“ zusammengefunden haben, bei der städt. Integrationsbeauftragten Zeliha Yetik gerne informieren (Tel. 02102-550 5096).

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