Erste Werkschau des Kunstvereins Ratinger Maler e.V. in diesem Jahr

Nachdem der bisherige Vereinsraum in der Sheddachhalle im ehemaligen Industriestandort Ratingen Ost, nicht mehr zur Verfügung stand, hat der Kunstverein an der Homberger Straße 6 in einem ehemaligen Bürogebäude einen neuen Vereinsort gefunden. Der helle, große Raum bietet ideale Möglichkeiten für Treffen, vor allem aber für Ausstellungen.

Nach einer langen, pandemiebedingten Pause hatten am vergangenem Wochenende die Mitglieder nun endlich wieder die mit Spannung erwartete Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren. 20 Malerinnen und Maler haben die erste Gelegenheit genutzt und sich an der Gruppenausstellung ohne thematische Vorgabe beteiligt. Die Arbeiten zeigen einmal mehr die Bandbreite der Künstlerinnen und Künstler, die z.T. die in der langen Coronastarre durch Kreativität einen dringend notwendigen Ausgleich geschaffen haben.

Neben Bildern, die selbst das Covid-Virus zum Thema haben, stechen vor allem die Skulpturen zu 100 Jahre Beuys heraus, einem der ersten Künstler, der, übrigens auch als Gründungsmitglied der Grünen, das Thema Naturschutz künstlerisch umsetzte. Entsprechend präsentiert Pauline Kugler eine von der Erd-erwärmung bedrohte Gans auf Filz („Stoppt die Herd-Erwärmung – die „Partei der Tiere“) und einen rostigen Baum, an dessen Ästen jeweils anders gestaltete Masken das aktuellste Thema der Zeit aufgreifen.

Gabriele Funk erinnert mit ihrer Skulptur „Fluxus 2021“ an das Fluxusobjekt 1962 von Beuys. Zentrale Elemente des damaligen Projektes hat sie in die heutige Zeit übertragen, der damalige Besen von Beuys mutiert zu dem Hexenbesen von Harry Potter, der das Corona-Virus unschädlich machen will.

Aber auch die präzisen kleinen Arbeiten aus geschöpftem Papier hinter Glas von Petra Richter-Rose nehmen den Betrachtenden mit auf eine Fantasiereise, zum Beispiel durch den Titel: “Zerrissenheit“.

Anders arbeiten Jasmin Troschke und Ursula Stüwe-Schmitz. Sie präsentieren fotorealistische Werken z. B. mit einer geöffneten Schokoladentafel („Alles Peanuts“) und der großformatigen Umsetzung eines Galopppferdes. Daneben gibt es Landschaftsbilder, abstrakte Werke oder auch z.B. ein Mittelformat der zweiten Gabriele Funck, die auf einem gemalten Spiralblock den flüchtigen Moment eines Frauenportraits mit Acrylwischtechnik so geheimnisvoll einfängt, dass man förmlich mitfliegt in eine unbekannte Zukunft.

Dafür, dass es coronabedingt keine gewohnte Vernissage und wenig Werbung gab, war die Resonanz erstaunlich, sodass die Ausstellung auch am nächsten Wochenende, Samstag, 14. Aug. 13:00 – 16:00 Uhr und Sonntag, 15. Aug. von 11:00 bis 16:00 Uhr geöffnet ist und jeder eingeladen ist, durch die farbigen Kunstwerke die graue Zeit der Pandemie ein wenig aufzuhellen. Danach wird die sehenswerte Werkschau auch noch bis Mitte September für interessierte Gäste kostenlos nach vorheriger Vereinbarung besucht werden können. Kontakt: Tel.: 02102 41262 oder info@kunstverein-ratinger-maler.de. Es gelten die dann erforderlichen Corona-Bestimmungen.

Text: Michael Troesser

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