Flagge zeigen für die Notfallversorgung in Ratingen

Ratingen. Die Ratinger Ratsfraktionen von CDU, FDP, Grüne, SPD, Die Partei und Buerger Union, rufen zum Protest am 7. Juni 2024 um 14.30 Uhr vor dem Gebäude der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Düsseldorf auf der Tersteegenstraße 9 gegen die Schließung der Notfallpraxen für Kinder und Erwachsene an der Mülheimer Straße auf.

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Die Gesundheitsminister von Bund und Land, der Landrat sind eingeschaltet, Stadtrat und Verwaltungsspitze sind einig: Nach der Schließung des St. Marien-Krankenhauses durch den kirchlichen Träger müssen die Notfallpraxen an der Mülheimer Straße durch die betreibende Kassenärztlichen Vereinigung als wichtiger Baustein für die medizinische Notfallversorgung in Ratingen unbedingt erhalten bleiben und die geplante Schließung verhindert werden.

Die Vorsitzenden der demokratischen Ratsfraktionen im Ratinger Stadtrat rufen gemeinsam alle Ratingerinnen und Ratinger auf, sich gegen diese Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung laut zu wehren.

„Ziel muss es sein, durch eine große Menge Ratinger Bürgerinnen und Bürger anlässlich der nächsten Sitzung der Vertreterversammlung der KV am 7. Juni um 14.30 Uhr die Mitglieder der Vertreterversammlung von der großen Bedeutung der Notfallpraxen gerade nach der Schließung des Krankenhauses zu überzeugen.

Die dort bereits getroffene Entscheidung zur Schließung Ende August muss aufgehoben werden, dazu braucht es auch den massiven Druck aller Ratingerinnen und Ratinger.“

Der Rat hat die Verwaltung einstimmig gebeten, für diese Demonstration Busse und ein Anmeldeverfahren zu organisieren, um die Zahl der Busse abschätzen zu können. Einzelheiten werden in Kürze in den Medien bekannt gemacht.

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache für den Erhalt der Notfallpraxen:

Die Notfallambulanz von St. Marien hatte im Jahr 2023 knapp 20.000 ambulante Notfallkontakte. Die Ratinger Notfallpraxen wurden im letzten Jahr auch von einigen tausend Menschen mit akuten gesundheitlichen Problemen aufgesucht.

Es liegt auf der Hand, dass viele Menschen nun zusätzlich die Notfallpraxen aufsuchen. Fällt das Angebot in Ratingen wirklich weg, wäre die nächste Notfallpraxis in Düsseldorf-Unterbilk – je nach Strecke 14 – 20 km, 22 – 45 Min. mit dem PKW von Ratingen-Mitte. Von Lintorf bzw. Hösel nach Duisburg bzw. Essen sind die Anfahrwege und -zeiten ähnlich lang.

Viele Menschen werden dann in ihrer Verzweiflung auch bei weniger gefährlichen Gesundheitsstörungen einfach die 112 wählen, was wiederum unseren Rettungsdienst und übrigens auch die umliegenden Krankenhäuser überlasten würde.

Nehmen wir den Vorsitzenden der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, beim Wort: „Statt einer Konzentration der ambulanten fachärztlichen Behandlungskapazitäten an Krankenhäusern brauchen wir eine gestufte Versorgung, die sich an medizinischen Kriterien orientiert und sicherstellt, dass Patientinnen und Patienten zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Versorgungsebene behandelt werden.“

[6.5.2024 KVNO: Die fachärztliche Versorgung gehört in die Praxen – nicht ins Krankenhaus! | KV Nordrhein]