Erhebliche Belastung mit Ultrafeinstaub durch den Flughafen

Die Hochschule Düsseldorf hat mit einem Team von Prof. Konradin Weber im Auftrag des NRW-Umweltministeriums die Belastung der Bevölkerung rund um den Flughafen Düsseldorf durch Ultra-Fein-staub-Partikel untersucht. Die ersten Ergebnisse wurden nun vorgestellt und diskutiert. Anwesend waren u.a. Experten des Umweltbundesamtes.

Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

Es gibt eine erhebliche Belastung durch Ultra-Fein-staub-Partikel rund um den Flughafen. Es konnten Partikel-Konzentrationen bis zu 400.000 Partikel pro Kubikzentimeter, also in einem Stückchen Würfel-zucker, festgestellt werden. Je mehr Partikel gemessen wurden, desto kleiner waren sie.
Es gibt einen unbestreitbaren Zusammenhang zwischen den Ultra-Fein-staub-Partikel-Belastungen und dem Flughafen.
Die Gesundheitsgefahr durch Ultra-Fein-staub-Partikel ist wissenschaftlich erwiesen.

Die Ergebnisse decken sich mit den Untersuchungen an anderen Flughäfen, u.a. Frankfurt, Amsterdam, Kopenhagen und Los Angeles. Die Besonderheit in Düsseldorf: nahezu nirgendwo auf der Welt wohnen Tausende von Menschen, z.T. seit Jahrzehnten so dicht am Flughafen. Umso größer ist hier die Belastung durch Flug- und Bodenlärm, Feinstäube und andere Schadstoffe.

Hierzu Christoph Lange, Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm, der die Messungen durch seine ersten Messungen im Herbst 2017 angestoßen hatte: „Meine Messergebnisse vom Herbst 2017 werden durch die Untersuchungen von Prof. Weber eindrucksvoll bestätigt. Weitere Untersuchungen z.B. auch in Ratingen, Essen, Meerbusch und Kaarst sind dringend angezeigt, der Flughafen kann sich nun nicht wie sonst immer damit herauswinden, dass andere Quellen wie der PKW-Verkehr schuld seien. Da die Hochschule dies problemlos mit messen kann, sollten auch Stickoxide und andere Schadstoffe mit in den Blick genommen werden. Dabei wird sich zeigen, dass die bisherigen, oft interessegeleiteten Berechnungen (eben nicht Messungen!) der Flughafen-Gutachter die Belastungen verharmlosen und immer nur auf viel zu hoch angesetzte Grenzwerte, aber eben nicht nach dem Vorsorgeprinzip auf weit niedrige Vorsorgewerte abheben.“

Helmar Pless, Vizepräsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm und ebenfalls Mitglied der Fluglärm (und Abgas)- Kommission am Flughafen Düsseldorf, ergänzt:

„Es ist gut, die objektiven Sachverhalte rund um die Schadstoffe weiter zu erforschen, aber es müssen auch schnell Handlungen zum Schutz der Bevölkerung, aber auch der Flughafen-Mitarbeiter und Passagiere, folgen. So schnell wie irgend möglich müssen auch für Ultra-Fein-staub-Partikel europaweite Grenzwerte diskutiert und beschlossen werden. Die Schadstoffe wie Ultra-Fein-staub-Partikel, aber auch Stickstoff-Dioxid u.a. müssen bei der Ausbau-Planung von Flughäfen zwingend berücksichtigt werden.“

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