SPD Düsseldorf und Ratingen ziehen bei der Attraktivierung des Öffentlichen Personennahverkehrs an einem Strang

Der verkehrspolitische Sprecher der Düsseldorfer SPD Martin Volkenrath und der Ratinger SPD Fraktionsvorsitzender Christian Wiglow sind gemeinsam in Klausur gegangen, um für die dringend erforderliche Attraktivierung des Öffentlichen Personennahverkehrs zwischen beiden Städten Initiativen zu entwickeln.

Düsseldorfer und Ratinger SPD eint die feste Überzeugung, dass ohne einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr die Verkehrswende hier in der prosperierenden und vernetzten Region nicht gestaltet werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer Vielzahl von Aktivitäten und Bausteinen, deren Wirkung nicht an den einzelnen Stadtgrenzen Halt machen darf.

Mit Interesse haben beide Fraktionen den Antrag der CDU aus Düsseldorf und Ratingen vom 02.01.2020 gesehen und möchten diesen durch ihren gemeinsamen Vorstoß in eine etwas andere Richtung lenken, um dem gemeinsamen Ziel der Optimierung der Tarifstruktur näher zu kommen, als einem Baustein zur notwendigen Attraktivierung des Öffentlichen Personennahverkehrs für die angestrebte Verkehrswende.

Ein Park & Ride Parkplatz für PKW an der U72, wie ihn die CDU fordert, wird in Ratingen als nicht realisierbar angesehen wegen der Lage in der Retentionsfläche. Zudem bestehen aus verkehrlichen Erwägungen Zweifel, ob dieser Pkw-Parkplatz auch den gewünschten Entlastungseffekt mit sich bringen wird.

Hingegen wird sich die SPD Fraktion in Ratingen dafür stark machen, im Bereich der Haltestelle „Felderhof“ einen Bike & Ride Parkplatz mit einer Kapazität für rd. 200 bis 300 Fahrräder und E-Bikes zu schaffen. Dieser ist mit Ladestation für E-Bikes, Wetterschutz und geeigneten Sicherungsmaßnahmen für abgestellt Fahrräder auszustatten. Die entsprechenden Fördermöglichkeiten durch den VRR sollen dabei aktiviert werden. Parallel dazu soll die Tarifzone A Düsseldorf auf der U72 bis zur Haltestelle „Felderhof“ ausgedehnt werden. Damit wird die Haltestelle attraktiv für die Wohngebiete am Grünen See und Ratingen-Süd.

„Unser nächstes Ziel ist die Ausdehnung der Tarifzone A auf der U72 bis zur Haltestelle „Ratingen Mitte“, sagt dazu SPD Fraktionsvorsitzender Christian Wiglow. Hierzu ist über den zuständigen Kreis Mettmann als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs beim VRR zu prüfen, mit welchen Kosten dieses verbunden ist.

Martin Volkenrath ergänzt, dass zum 04.05.2020 mit dem entfernungsbasierten eTarif ein weiterer Baustein zur Attraktivierung des ÖPNV kommen wird. „Hierzu wurde ein eigenes Tarifmodell entwickelt, wo Kunden nur noch die Luftlinie zwischen der Start- und Zielhaltestelle plus einen Grundbetrag pro Fahrt bezahlen, aber nie mehr als die Einzelticketpreise des heutigen Tarifs“, führt der Verkehrsexperte aus. Zusätzlich gibt es noch weitere Anreize. Kundinnen und Kunden, die besonders häufig innerhalb von 30 Tage fahren, kommen in den Genuss von zusätzlichen 10 % bzw. sogar 50 % Rabatt auf den eTarif-Preis. „Dieses Modell ist durchaus attraktiv und für viele Menschen, die an der Stadtgrenze von Ratingen und Düsseldorf leben, von Vorteil“, ergänzt Christian Wiglow. Es komme aber darauf an, dieses Modell auch kommunal so zu bewerben, das es auch hinreichend genutzt werden kann.

Mittelfristiges Ziel beider Fraktionen ist eine preisgünstige und vereinfachte Tarifstruktur für den gemeinsamen lokalen Wirtschaftsraum, die geeignet ist, den Öffentlichen Personennahverkehr nachhaltig attraktiver zu machen, die die Landeshauptstadt Düsseldorf, den Kreis Mettmann und auch den Rhein-Kreis Neuss umfasst. Als ein erster Schritt sollte für die Städte Düsseldorf und Ratingen beim VRR ein entsprechender Vorstoß, auch als Modellversuch unternommen werden.

Um die Verkehrswende erfolgreich zu gestalten, muss der ÖPNV attraktiver und auch kostengünstiger werden. Dabei muss die Tarifstruktur besser als bisher zusammengehörende Wirtschaftsräume berücksichtigen statt einzig und allein die Grenzen der Gebietskörperschaften. Düsseldorf weist eine Einpendlerquote von 62% aus und ist damit die „Pendlerhauptstadt Deutschlands“ (Rheinische Post v. 23.04.2018), Ratingen hat mehr Ein – als Auspendler. Die Folgen sind in beiden Städten tagtäglich zu sehen-

Martin Volkenrath und Christian Wiglow sind sich sicher: „Wir brauchen für alle Verkehrsträger – S-Bahn, Busse, Straßenbahn – eine neue, eine bessere, einfachere und kostengünstigere Tarifstruktur und sind bereit, dafür auch die erforderlichen Mittel in die Hand zu nehmen“.

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