Massive Rodungsarbeiten sorgen für Empörung bei Anwohnern

Ratingen. Anwohner kritisieren Vorgehen, fehlende Information und massive Eingriffe in Natur- und Lebensräume

Mit großer Bestürzung haben Anwohner der Duisburger Straße am Freitagmorgen, 27. Februar 2026, den Beginn umfangreicher Rodungsarbeiten zur Kenntnis genommen. Die bis Ende Februar 2026 angekündigten „erforderlichen Rodungsarbeiten“ wurden nach Beobachtung der Anwohner in einer Weise durchgeführt, die viele fassungslos zurücklässt.

Bereits in den frühen Morgenstunden rückten schwere Maschinen und Motorsägen an. Beginnend an der Duisburger Straße wurden zahlreiche Bäume, Sträucher und Hecken entfernt. Dabei fielen unter anderem Bäume mit einem Stammdurchmesser von 40 bis 50 Zentimetern. Sträucher und Hecken wurden großflächig abgesägt, gerodet und mitsamt Wurzeln entfernt.

Nach Angaben der betroffenen Anwohner wurden dabei auch privat und mit Bedacht gepflanzte Sträucher entfernt. Eine vorherige schriftliche Information oder persönliche Benachrichtigung der Anwohner erfolgte nicht.

Besonders kritisch sehen die Anwohner die ökologischen Folgen der Maßnahme. In den kleineren Bäumen und Hecken hätten seit Jahren verschiedene Vogelarten gebrütet. Zudem seien Lebensräume für Igel und Eichhörnchen zerstört worden. Allein in einem der angrenzenden Gärten hätten vier Igel unter bewusst angehäuftem Laub und in schützenden Hecken überwintert. Mit der Entfernung der Vegetation sei dieser Lebensraum nun vollständig verloren.

Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Anwohner die Frage, wie diese Maßnahmen mit dem Natur- und Artenschutz vereinbar sind.

Die Rodungsarbeiten erfolgen offenbar im Zusammenhang mit dem Bau eines mehrere hundert Meter langen Radwegs. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger betonen, dass sie nachhaltige Mobilität grundsätzlich unterstützen, kritisieren jedoch die aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Durchführung der Arbeiten sowie die fehlende Transparenz im Vorfeld.