Ratingen. Der Frühling ruft und die warmen Sonnenstrahlen laden zur Gartenarbeit ein. Aber noch sind einige Wildtiere, wie der Igel, in geschützten Verstecken. Vor allem in Hecken oder Laub- und Reisighaufen halten sie jetzt noch etwa vier Wochen Winterschlaf. Bis etwa Ende März sind Igel besonders verletzlich – denn einmal gestört, finden sie keinen Ersatz und erfrieren unter Umständen. Das Amt für Grünflächen und Umweltschutz bittet daher um besondere Aufmerksamkeit.

Während der Gartensaison sind Igel großen Gefahren durch den Einsatz von Gartengeräten ausgesetzt: Laubbläser, Mähroboter und Co. können Igel erheblich verletzen. Gerade in der Dämmerung und den Nachstunden sind Mähroboter lebensgefährlich, wenn Igel auf ihren nächtlichen Streifzügen unterwegs sind. Bei Gefahr rollt er sich zusammen, und die Klingen führen zu schlimmen Verletzungen. Daher gilt seit Mai 2025 im gesamten Kreis Mettmann eine Allgemeinverfügung, die den nächtlichen Betrieb von Mährobotern untersagt (jeweils eine halbe Stunde vor bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang). Ziel ist der Schutz von Igeln, Fröschen und weiteren wildlebenden Tieren.
Der Garten ist ein wunderbarer Lebensraum, gerade auch für den Igel, das Wildtier des Jahres 2024. Die Bestände sind alarmierend rückläufig, daher steht der westeuropäische Igel als „potenziell gefährdet“ auf der internationale Roten Liste. „Wichtig zu wissen: je aufgeräumter der Garten ist, umso weniger Nutzen hat er für Insekten, Igel und Vögel, dessen Beobachten einfach nur Freude macht“, so Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener.
Hier ein paar Tipps, wie man mit ganz einfache Maßnahmen – die auch Vorteile für andere Tiere haben- insbesondere dem Igel helfen kann: Hier ein paar Tipps: Lassen Sie Teile der Hecke wild wachsen und schaffen Sie Ersatzverstecke, zum Beispiel durch Laub- oder Reisighaufen. Besonders wohl fühlt sich der Igel auch in „wilden Ecken“. Dort kann er im Sommer seine Jungen zur Welt bringen und findet mit Insekten und Regenwürmern genug Nahrung, um mit einem guten Polster im November in den Winterschlaf gehen zu können – eine einfache Hilfe, damit es dem stacheligen Nachtwanderer gut geht und nicht noch künftig als hoch gefährdet eingestuft werden muss. Und wenn dann noch alte Blütenstände und vertrocknete Gräser ein wenig länger stehen bleiben, ist auch für den Nachwuchs bei den Insekten gesorgt, die in den hohlen Pflanzenstängeln überwintern.
Sollte der Garten bodennah umzäunt sein, helfen kleine sogenannte Igeltore dem nachaktiven Einzelgänger, der auf seinen Wanderungen mehrere Kilometer zurücklegt. Weitere Informationen und Tipps rund um den Igel finden Interessierte auf der Homepage der Stadt Ratingen https://www.stadt-ratingen.de/umwelt/aktiv-fuer-umwelt-und-naturschutz/igel
Zum Abschluss folgender Hinweis: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es in Deutschland verboten, Hecken und Gebüsche in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September radikal zurückzuschneiden, um brütende Vögel zu schützen. Auch außerhalb dieser Zeit gilt: Rücksicht auf Igel und andere Wildtiere nehmen! Der Artenschutz ist das ganze Jahr über zu berücksichtigen. Sofern sich keine Nester in der Hecke befinden, ist ein moderater Schnitt während der Saison möglich.
