Kreis Mettmann. Es kann im E-Mail-Postfach passieren, bei der Abwicklung eines Privatverkaufs auf einer Onlineplattform oder in einer Chatgruppe: Das Risiko, Opfer einer Betrugsmasche im Internet zu werden, ist groß. Immer wieder melden sich Menschen in der Beratungsstelle Velbert und bei der Polizei, die Geld verloren oder unbeabsichtigt Daten weitergegeben haben. Der Schaden ist immens, denn verloren ist nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen. Online-Betrüger:innen setzen auf wiederkehrende Muster der Beeinflussung wie emotionale Überrumpelung, gut gemachte Fälschungen und psychologische Beeinflussung. „Alleine bei den E-Mails wurden uns im Jahr 2025 mehr als 382.000 Verdachtsfälle über das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW gemeldet“, sagt Sabine Klischat-Tilly, Verbraucherberaterin der Beratungsstelle Velbert. „Um Verbraucher:innen vor Finanzbetrug zu schützen, klären wir im Rahmen unserer Aktion zum Weltverbrauchertag auf, sensibilisieren und geben konkrete Hilfestellung.“
Sabine Klischat-Tilly und Stephanie Kleimann, Kriminalhauptkomissarin der Kreispolizeibehörde Mettmann, geben Tipps, wie man Betrugsversuche erkennt, persönliche Daten schützt und im Ernstfall richtig reagiert. Zudem klärt die Verbraucherzentrale NRW in einem kostenlosen Online-Vortrag für Bürger:innen über aktuelle Betrugsmaschen und Schutzmaßnahmen auf.
Phishing: Warnsignale erkennen
Besonders verbreitet ist das sogenannte Phishing: Dabei werden beispielsweise massenhaft E-Mails mit gefährlichen Links oder Anhängen verschickt, im Namen bekannter Institutionen wie großer Banken, Onlinehändler oder Telekommunikationsanbieter. Die Betrüger:innen nutzen aber auch andere Mittel wie SMS, Briefe oder gefälschte QR-Codes. Meist wird Handlungsdruck suggeriert, man soll Kontaktdaten bestätigen, Links anklicken oder Dateien öffnen. Ziel sind stets die persönlichen Daten und Zugangsinformationen zu Konten. Um zu prüfen, ob tatsächlich jemand rechtmäßig Informationen oder Geld anfordert, sollte man den Absender jenseits der Mail über die offizielle Webseite oder Telefonnummer kontaktieren.
Chatgruppen: Anlagebetrug mit persönlichen Gewinnversprechen
Aktuell machen längerfristig angelegte Täuschungsstrategien in Chatgruppen Schlagzeilen. Vermeintliche Finanzberater:innen kontaktieren Betroffene telefonisch, über soziale Netzwerke oder Werbeanzeigen. Sie werben für angeblich sehr lukrative Investitionen – oft in Kryptowährungen oder innovative Technologien – und bauen über Wochen oder Monate Vertrauen auf. Opfer sehen auf einer nur zu dem betrügerischen Zweck eingerichteten Plattform zunächst scheinbare Gewinne. Doch sobald sie größere Summen investieren oder eine Auszahlung verlangen, bricht der Kontakt ab und das Geld ist verschwunden.
Richtig reagieren im Schadensfall
Was tun, wenn Unbekannte Zugang zum Konto hatten? Betroffene sollten ihr Konto beziehungsweise die Karte sofort sperren lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Bei nicht autorisierten Überweisungen muss die Empfängerbank informiert und die Erstattung schriftlich bei der eigenen Bank eingefordert werden. Banken sind grundsätzlich verpflichtet, nicht autorisierte Zahlungen zu erstatten. Häufig ist aber strittig, ob die Kund:innen sich gegebenenfalls grob fahrlässig verhalten haben. Wenn die Bank die Erstattung verweigert, sollte man eine Schlichtungsstelle einschalten. Auch eine rechtliche Prüfung zu Haftungsfragen bietet die Verbraucherzentrale NRW an.
Weiterführende Informationen:
Anmeldung für kostenlose Online-Vorträge am 16. und 17. März 2026 (jeweils von 18 bis 19 Uhr) unter https://www.verbraucherzentrale.nrw/finanzbetrug
