SPD-Fraktion enttäuscht über Aus für „Fit in Deutsch“

Schul- und Sportausschuss am 07.05.2026: Bedeutende Sprachförderung für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche wird eingestellt.

Mit großer Enttäuschung reagiert die SPD-Fraktion auf die Entscheidung, das erfolgreiche Sprachförderprogramm „Fit in Deutsch“ einzustellen. Im Schul- und Sportausschuss am 07. Mai 2026 wurde deutlich, dass die Verwaltung das Programm auslaufen lassen will – begründet mit zu hohem Arbeitsaufwand, fehlenden personellen Ressourcen sowie dem Hinweis, es handele sich um eine freiwillige Leistung und sei daher verzichtbar.

Für die SPD-Fraktion ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar und bildungspolitisch ein schwerer Fehler.

Noch im Jahr 2024 hob die Stadt selbst auf ihrer Homepage die Bedeutung des Projekts ausdrücklich hervor. Dort heißt es unmissverständlich, dass für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler das Beherrschen der deutschen Sprache nicht nur eine unerlässliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Bildungsweg sei, sondern zugleich auch der Schlüssel für eine gelingende Integration im Alltag.

„Wer heute bei Sprachförderung spart, spart an der Zukunft unserer Kinder und unserer gesamten Stadtgesellschaft“, erklärt Rosa-Maria Kaleja, Ratsmitglied und Sprecherin der SPD-Fraktion im Schul- und Sportausschuss. „Die Argumentation der Verwaltung wirkt kurzsichtig. Noch vor kurzer Zeit wurde das Projekt öffentlich als wichtiger Baustein erfolgreicher Integrations- und Bildungspolitik dargestellt. Nun soll es plötzlich verzichtbar sein. Das ist weder konsequent noch verantwortungsvoll.“

Das Programm „Fit in Deutsch“ hat in den vergangenen Jahren konkrete Erfolge erzielt. In den Oster-, Sommer- und Herbstferien konnten jeweils rund 25 Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden. Gerade diese kontinuierlichen Förderangebote seien für viele Kinder und Jugendliche entscheidend gewesen, um sprachliche Defizite aufzuholen und bessere Chancen im schulischen Alltag zu erhalten.

Auch der Fraktionsvorsitzende Christian Wiglow kritisiert die Entscheidung scharf:
„Die Verwaltung argumentiert mit fehlenden Ressourcen und kurzfristigen Einsparungen. Dabei ist längst bekannt, dass jede Investition in Bildung und Integration sich mittel- und langfristig auszahlt. Umgekehrt wird jeder Euro, den man heute vermeintlich einspart, später vielfach in anderen Bereichen aufgewendet werden müssen – sei es bei Bildungsdefiziten, mangelnder Integration oder sozialen Folgekosten.“

Besonders unverständlich sei die Entscheidung vor dem Hintergrund steigender Herausforderungen an Schulen und in der Integrationsarbeit. Die SPD-Fraktion sieht in der Streichung des Programms ein falsches Signal an Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte.

Finja Reuter, Ratsmitglied im Jugendhilfeausschuss, betont insbesondere die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber jungen Menschen:
„Gerade Kinder und Jugendliche, die neu nach Deutschland kommen, brauchen Unterstützung und echte Chancen auf Teilhabe. Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Freundschaften, Selbstvertrauen und gesellschaftlicher Integration. Wer Förderangebote streicht, nimmt jungen Menschen wichtige Perspektiven. Das werden wir nicht akzeptieren.“

Die SPD-Fraktion kündigt an, sich weiterhin für den Erhalt und die Wiederaufnahme des Programms einzusetzen. Bildung, Sprachförderung und Integration dürften nicht dem Rotstift zum Opfer fallen. Eine moderne und soziale Stadtpolitik müsse gerade in schwierigen Zeiten Prioritäten setzen – und diese müssten bei den Kindern und Jugendlichen liegen.