Ratingen. Das Museum Ratingen präsentiert vom 29. Mai bis zum 28. Februar 2027 die Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“ zur Baugeschichte seines Hauses: Von den Ursprüngen als Heimatmuseum im Jahr 1926 am Marktplatz bis hin zur heutigen Gestalt am Peter-Brüning-Platz wird die wechselvolle Geschichte anschaulich nachgezeichnet.

Dabei geben Pläne, Fotografien und weitere Exponate zum Neubau der 1970er Jahre des Ratinger Architekten Klaus Leyendecker und der Erweiterung von 1991 des ebenfalls in Ratingen ansässigen Architekten Bruno Lambart Einblicke in die Veränderungen von Raum, Funktion und Gestaltung. Gezeigt wird, wie sich das Museum im Laufe der Zeit gewandelt hat und selbst zu einem Stück Stadtgeschichte geworden ist. Zu dem städtischen Auftrag des Erweiterungsbaus gehörte ebenfalls das Medienzentrum, das mit dem gesamten Museumsgebäude einen Komplex bildet und zeitgleich eingeweiht wurde.
Bruno Lambart wurde 1924 in Düsseldorf geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Universität Stuttgart, wo er 1951 mit Diplom abschloss. Seit 1974 unterhielt der Architekt sein Büro in Ratingen mit Sitz in der Wasserburg „Haus zum Haus“, deren Restaurierung er durchführte. Sein Büro, das er später zusammen mit seiner Frau Dr. Christa Lambart führte, erhielt bundesweit Aufträge und machte sich mit öffentlichen Bauaufgaben wie Schulgebäuden einen Namen.
In der Ausstellung werden weitere Ratinger Bauprojekte von Bruno Lambart vorgestellt. So realisierte er in Ratingen-West die Käthe-Kollwitz-Realschule in zwei Bauabschnitten. Für diesen Stadtteil entwarf er zudem das Ärztehaus; in Lintorf entstand nach seinen Plänen das Jugendzentrum „Manege“. Des Weiteren sanierte Lambart das „Alte Steinhaus“ im historischen Ortskern Ratingens, das für eine gastronomische Nutzung umgebaut wurde. Entlang des nördlichen Stadtgrabens entstand unter seiner Federführung die umfangreiche Bebauung mit Wohngebäuden und Geschäften an der Angerstraße.
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Dr. Alexandra Apfelbaum entstanden, die über das Werk von Bruno Lambart promovierte. Die Kunst- und Architekturhistorikerin ist als freiberufliche Autorin und Herausgeberin tätig, arbeitet als Kuratorin und lehrt an verschiedenen Hochschulen Architekturgeschichte. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Architektur und Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Fokus auf dem Ruhrgebiet und der Nachkriegszeit.
Zudem wurde die Ausstellung in Kooperation mit dem Baukunstarchiv NRW und dem Stadtarchiv Ratingen realisiert. Sie ist Teil des Programms zum diesjährigen Museums- und Stadtjubiläum Ratingens. Hierfür hat das Museum Ratingen eine großzügige Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.
Eröffnung:
Zur Eröffnung im Museum Ratingen am 29. Mai 2026, 19 Uhr, findet ein Gespräch zwischen Dr. Alexandra Apfelbaum und Markus Lehrmann, Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, statt.
Programm:
18. Juni 2026, 18 Uhr
Abendöffnung der Ausstellung
25. Juni 2026, 18 Uhr, Vortrag von Dr. Alexandra Apfelbaum
Architektur für die Kunst. Bruno Lambart und das Museum Ratingen im Spannungsfeld der deutschen Museumsarchitektur, in Kooperation mit der VHS und den Freunden und Förderern des Museum Ratingen
28. bis 30. Juli 2026, jeweils 9 bis 12 Uhr, Ferienkurs für Kinder ab 6 Jahren
10. September 2026, 18 Uhr, Vortrag von Dr. Alexandra Apfelbaum
Architektur der Nachkriegszeit im lokalen Kontext. Bruno Lambarts Bauten in Ratingen,
in Kooperation mit der VHS und den Freunden und Förderern des Museum Ratingen
15. November 2026, 11.30 bis 16 Uhr
Workshop: Brick Art, mit Cole Blaq, für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren
25. Februar 2027, 18 Uhr
Finissage in Kooperation mit den Freunden und Förderern des Museum Ratingen
Individuelle Führungen und Workshops für Kitas und Schulen siehe Website des Museums. Buchung: 02102-550-4184 oder museum@ratingen.de

