Ratingen-Hösel. Wie lebendig eine Städtepartnerschaft sein kann, zeigte sich am vergangenen Wochenende beim TC Hösel. Anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums hatte der Tennisclub Gäste aus Ratingens französischer Partnerstadt Le Quesnoy eingeladen. Fast 30 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder machten sich mit dem Bus auf den Weg nach Hösel, um gemeinsam Tennis zu spielen, zu feiern und vor allem neue Freundschaften zu knüpfen.

Am Samstag, 19. September, traf die französische Delegation, angeführt von der Vorsitzenden des dortigen Tennisclubs, Frau Marie Colinet Deloffre, auf der Anlage des TC Hösel ein. Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden des TC Hösel, Christoph Frilling, und vom Ersten stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Ratingen, Michael Droste. Für die Verständigung bei der offiziellen Begrüßung sorgte Clubmitglied Frau Maria Sandschneider-Melcher, die dankenswerterweise die Übersetzung übernahm.
Für Michael Droste hatte die Begegnung auch einen besonderen persönlichen Bezug: Sein Vater Wilhelm Droste war als damaliger Bürgermeister von Hösel im Jahr 1963 an der Begründung der Partnerschaft mit Le Quesnoy beteiligt.
Dass es beim Sport nicht unbedingt einer gemeinsamen Sprache bedarf, zeigte sich anschließend schnell. Auf allen sieben Plätzen des TC Hösel wurde ausgiebig Tennis gespielt. Die Unterhaltungen rund um die Matches liefen auf Französisch und Englisch, ein wenig auf Deutsch und teilweise sogar auf Italienisch. Und wo die Worte einmal fehlten, funktionierte die Verständigung auch so.
Die französischen Gäste waren nicht mit leeren Händen angereist. Als besonderes Gastgeschenk hatten sie ein eigens für dieses Treffen gebrautes Bier aus Le Quesnoy mitgebracht. Möglich gemacht hatte dies einer der französischen Teilnehmer, der selbst Bierbrauer ist.
Auch äußerlich demonstrierten die Gäste ihre Verbundenheit mit den Gastgebern: Alle Teilnehmer aus Le Quesnoy trugen eigens für das Wochenende angefertigte Poloshirts. Das darauf abgebildete Motiv stand für die Freundschaft zwischen Le Quesnoy und Ratingen-Hösel und erinnerte zugleich mit dem Datum an dieses besondere Treffen.
Ein wichtiger Teil der Begegnung spielte sich abseits des Tennisplatzes ab. Fast alle französischen Gäste wurden privat in den Familien von Mitgliedern des TC Hösel untergebracht. So ergaben sich viele persönliche Gespräche und Kontakte, die weit über das gemeinsame Tennisspielen hinausgingen.
Am Samstagabend wurde gemeinsam gefeiert. Alle Generationen, von Kindern und Jugendlichen bis zu den Erwachsenen, verbrachten einen fröhlichen und ungezwungenen Abend miteinander. Sprachbarrieren spielten dabei längst keine Rolle mehr.
Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Clubhaus. Eigentlich sollte anschließend das Tennisspielen auf den Außenplätzen fortgesetzt werden. Doch das Wetter machte den Teilnehmern einen Strich durch die Rechnung: Wegen des heftigen Regens musste kurzerhand in die Tennishalle ausgewichen werden.
Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Auch in der Halle wurde weitergespielt, wobei an diesem Wochenende ohnehin nicht Ergebnisse und Punkte im Mittelpunkt standen, sondern die Freude am Tennis und an der deutsch-französischen Begegnung.
Bei der anschließenden Verabschiedung wurde deutlich, dass das Treffen in Hösel keine einmalige Sache bleiben soll. Die französischen Tennisfreunde sprachen eine Gegeneinladung für das kommende Jahr nach Le Quesnoy aus.
Damit könnte aus einer Aktion anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums eine neue sportliche Tradition innerhalb der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Ratingen und Le Quesnoy entstehen.

