Ratingen. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses haben in der letzten Sitzung ein überarbeitetes Konzept für die traditionellen Babybegrüßungsbesuche verabschiedet. Die CDU-Fraktion hat diesen Prozess eng begleitet und begrüßt die Entscheidung des JHA ausdrücklich. Das Projekt erhält damit eine neue dauerhaft tragfähige organisatorische Grundlage.
Seit ihrer Einführung im Jahr 2009 gehören die Babybegrüßungsbesuche zu den zentralen Bausteinen der sogenannten Frühen Hilfen in Ratingen. Allen Familien mit Neugeborenen wird im Namen des Bürgermeisters ein persönlicher Hausbesuch angeboten. Die Familien erhalten dabei ein Begrüßungspaket mit dem Elternbegleitbuch, einem mehrsprachigen Informationswerk zu Unterstützungsangeboten, kindlicher Entwicklung und städtischen Anlaufstellen sowie weiteren ausgewählten Materialien. Das Angebot ist freiwillig und richtet sich bewusst an alle Familien, um auch jene Eltern zu erreichen, die von sich aus keine Unterstützung in Anspruch nehmen würden.
„Die Babybegrüßungsbesuche sind ein niedrigschwelliges und gleichzeitig wirkungsvolles Angebot. Sie schaffen frühzeitig Vertrauen und informieren Familien zu einem Zeitpunkt, an dem dieser Kontakt besonders wertvoll ist. Mit der neuen Konzeption stellen wir sicher, dass dieses Angebot künftig verlässlich zur Verfügung steht“, erklärt Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion.
Die Notwendigkeit dieser konzeptionellen Neuausrichtung ergab sich aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre. Stellenvakanzen im Bezirkssozialdienst, die Pandemie und ein umfangreicher Generationenwechsel hatten dazu geführt, dass die Hausbesuche zeitweise ganz eingestellt werden mussten. Das Ersatzverfahren, bei dem Familien die Begrüßungstasche selbst in Kindertageseinrichtungen abholen konnten, zeigte deutliche Defizite: Nur ein Viertel der Neugeborenen wurde so erreicht – ein klarer Hinweis auf die Unverzichtbarkeit des aufsuchenden Charakters der Besuche.
Das neue Konzept trägt dieser Erfahrung Rechnung. Die Aufgabe wird künftig nicht mehr als Nebenaufgabe im Bezirkssozialdienst verortet, sondern einer eigens dafür vorgesehenen Vollzeitstelle übertragen. Eine pädagogische Fachkraft, eingebunden in das Netzwerk Frühe Hilfen, übernimmt die Besuche und bringt dabei spezifische Kenntnisse im Bereich frühkindlicher Entwicklung ein. Seit dem 01. Juli 2025 werden die Hausbesuche in dieser Form wieder durchgeführt, die Rückmeldungen der besuchten Familien sind durchgehend positiv. Mit dem Ratsbeschluss wird die Stelle nun unbefristet im Stellenplan verankert.
„Die Babybegrüßungsbesuche bilden das erste Glied in der kommunalen Präventionskette. Wenn Familien früh begleitet und angesprochen werden, können Hemmschwellen abgebaut werden. So können wir Probleme verhindern, bevor sie entstehen. Das ist ein wichtiger Schritt für Ratingen“, betont Claus Köster, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses.
Margret Paprotta, CDU-Ratsfrau und Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, verbindet mit dem Beschluss auch eine persönliche Note: „Das Elternbegleitbuch und das Begrüßungspaket haben wir vor vielen Jahren gemeinsam auf den Weg gebracht. Es ist erfreulich zu sehen, wie dieses Angebot heute weiterentwickelt wird und auf einem stabilen, langfristigen Fundament steht.“
