Ratingen. Die Bürger-Union setzt sich für eine bessere Erreichbarkeit und Nutzung der Stadtteilbibliotheken ein. Mit einem Antrag an die politischen Gremien fordert die Fraktion die Verwaltung auf zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen das Konzept einer sog. „Open Library“ an einem Pilotstandort in Ratingen umgesetzt werden kann.
Bei einer Open Library können Bürgerinnen und Bürger die Bibliothek auch außerhalb der regulären Personalzeiten nutzen. Über ein elektronisches Zugangssystem erhalten registrierte Nutzer selbstständig Zutritt zu den Räumlichkeiten, können Medien ausleihen oder zurückgeben und die Bibliothek als Lern- und Aufenthaltsort nutzen.
„Bibliotheken sind weit mehr als Ausleihstellen für Bücher. Sie sind Orte der Bildung, der Begegnung und der kulturellen Teilhabe. Die heutigen Öffnungszeiten vieler Stadtteilbibliotheken werden den Bedürfnissen vieler Bürgerinnen und Bürger jedoch nicht mehr gerecht“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Rainer Vogt.
Besonders deutlich werde dies am Beispiel der Stadtteilbibliothek Lintorf. Bei einer Bevölkerung von mehr als 15.000 Einwohnern seien Öffnungen an lediglich drei Nachmittagen pro Woche sowie zusätzliche Schließungen aufgrund von Personalausfällen nicht ausreichend. Wer berufstätig ist, studiert oder familiäre Verpflichtungen hat, kann die Bibliothek oft gar nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Mit einer Open Library könnten wir die vorhandene Infrastruktur deutlich besser auslasten und gleichzeitig das Angebot für die Bürger verbessern“, so Rainer Vogt weiter.
Im Rahmen der Prüfung sollen u.a. technische Anforderungen wie Zugangskontrollen, Selbstverbuchungs- und Rückgabesysteme, Sicherheits- und Alarmtechnik sowie datenschutzkonforme Videoüberwachung betrachtet werden. Darüber hinaus sollen die Verwaltung die organisatorischen, personellen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Investitions- und Betriebskosten untersuchen. Auch mögliche Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundes oder anderer Fördergeber sollen berücksichtigt werden.
Die Bürger-Union verweist darauf, dass zahlreiche Kommunen in Deutschland und Europa bereits erfolgreich mit dem Open-Library-Modell arbeiten. „Wir müssen nicht das Rad neu erfinden. Viele Städte haben bereits gezeigt, dass moderne Bibliothekskonzepte mit erweiterten Öffnungszeiten funktionieren und von den Bürgern sehr gut angenommen werden. Deshalb möchten wir prüfen, ob ein solches Modell auch für Ratingen geeignet ist“, betont Martin Holte, Mitglied der Bürger-Union im Kulturausschuss.
Nach Vorstellung der Fraktion soll zunächst ein Pilotprojekt an einem geeigneten Standort umgesetzt werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen könnten anschließend als Grundlage für eine mögliche Ausweitung auf weitere Bibliotheken im Stadtgebiet dienen.
„Unser Ziel ist es, die Stadtteilbibliotheken zukunftsfähig aufzustellen und den Zugang zu Bildung und Kultur für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Eine Open Library kann dafür ein wichtiger Baustein sein“, erklärt Rainer Vogt abschließend.

