Ratingen. Samstagvormittag Markttag in der Innenstadt, der Ratinger Gesprächskreis des DGB informierte über gewerkschaftliche Arbeit, über die gerade bis zum 31. Mai stattfindenden Betriebsratswahlen und über Tarifverträge.
Und das Besondere – Ratinger Bürger/innen wurden nach der Mitbestimmung in ihrem Betrieb in einer Postkartenaktion befragt. Zwischen Einkaufstüten und Kindern zeigten sich die Befragten informiert. Nur ca. 1/3 der Befragten arbeiteten in Ratingen, die anderen in Düsseldorf, im Kölner Umland oder gar an der holländischen Grenze. Ratingen ist eine Pendlerstadt. Überraschend war dennoch erst einmal, dass doch immerhin in beiden Gruppen jeweils fast die Hälfte von Betriebsräten oder Personalräten sowie Tarifverträgen in ihren Unternehmen berichteten. Kein schlechtes Ergebnis der spontanen Gespräche. „Schaut man allerdings genauer hin, so spiegelt das Ergebnis dieser kleinen bei weitem nicht repräsentativen Umfrage die spezielle Situation in Ratingen wider“, so die Sprecherin des Ratinger DGB Viola Denecke. „Wir haben in Ratingen einen relativ großen öffentlichen Sektor mit guter Mitbestimmung und vielen kleinen Betrieben und Dienstleister ohne Betriebsrat und Tarifvertrag.
Im Gegensatz dazu waren die Ratinger Bürgerinnen und Bürger, die nicht in unserer Stadt arbeiteten, häufiger in Industriebetrieben beschäftigt, in denen Betriebsräte und Tarifverträge zur Unternehmenskultur gehört. Schon dieser kleine Vergleich zeigt, dass Ratingen bei der Mitbestimmung in unseren Betrieben noch viel Luft nach oben hat.
Bei den zurzeit stattfindenden Betriebsratswahlen zeichnen sich allerdings erste Erfolge für gewerkschaftliche Listen und gewerkschaftlich organisierter Betriebsräte ab.
So haben z.B. die gewerkschaftlich organisierten Betriebsräte von ABB Ratingen, Tenax oder auch Lhoist Wülfrath bereits bessere Ergebnisse mit mehr Beteiligung als bei den Betriebsratswahlen 2022 erzielt. Das stärkt die Demokratie und zeigt, Arbeitnehmer/innen erkennen starke gewerkschaftliche Interessenvertretungen an.
Tino Brüning Betriebsratsvorsitzender von Lhoist und IG BAU Vorsitzender Bezirksverband Düsseldorf: „Betriebsräte sind gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft die Stimme der Beschäftigten. Betriebsräte haben rechtlich geschützte Aufgaben im Betrieb. Immer – und besonders wenn es brennt- vertreten sie die Interessen der Beschäftigten z.B. bei Arbeitszeit, Kündigungen, Einstellungen oder beim Arbeitsschutz. Wir stellen fest, dies nützt nicht nur den Beschäftigten, sondern auch den Unternehmen, wenn Belegschaften motiviert und zufrieden sind. Daher werben wir für die Gründung von Betriebsräten auch in kleineren Betrieben. Und viele wissen nicht, die Gründung und erstmalige Wahl von Betriebsräten ist immer möglich. Fragt den DGB oder eure zuständige Gewerkschaft.“

