Ratingen. Wenn die besten Nachwuchsschwimmer Mitteleuropas aufeinandertreffen, geht es längst nicht nur um Medaillen. Das Central European Countries Junior Meeting (CECJM) gilt als Sprungbrett für viele spätere Topschwimmer. Umso bemerkenswerter ist der Erfolg des TV Ratingen: Mit Anna Forsbach, Charlotte Drenker und Titus Ditgen standen gleich drei Talente im Aufgebot der deutschen Jugend-Nationalmannschaft – und kehrten mit beeindruckenden Leistungen, Medaillen, Vereinsrekorden und jeder Menge internationaler Erfahrung zurück.
Bereits die Nominierung für das deutsche Nationalteam war der verdiente Lohn einer außergewöhnlichen Saison. Doch auf der internationalen Bühne bewiesen die drei Nachwuchsathleten eindrucksvoll, dass sie auch dem Druck eines Ländervergleichs standhalten und sich mit den stärksten Schwimmerinnen und Schwimmern Europas messen können.

Für den größten Einzelerfolg aus Ratinger Sicht sorgte Charlotte Drenker. Über 50 Meter Brust präsentierte sie sich in bestechender Form. Bereits im Vorlauf verbesserte sie den Vereinsrekord und qualifizierte sich als Zweitschnellste für das Finale. Dort legte sie noch einmal nach, unterbot ihren eigenen Rekord erneut und schlug in 32,56 Sekunden als Vize-Siegerin an. Auch über 100 Meter Brust überzeugte sie mit einem starken 9. Platz. Über 200 Meter Brust verpasste sie als Zehnte den Finaleinzug nur denkbar knapp und blieb dabei nur wenige Zehntelsekunden über ihrer persönlichen Bestleistung.
Auch Titus Ditgen wusste auf seinen Bruststrecken zu überzeugen. Über 200 Meter Brust schwamm er bereits im Vorlauf einen neuen Vereinsrekord und sicherte sich souverän den Einzug ins Finale. Dort bestätigte er seine starke Form und belegte mit 2:23,94 Minuten einen hervorragenden 8. Platz. Über 100 Meter Brust steigerte er sich auf eine neue persönliche Bestzeit von 1:08,55 Minuten und erreichte Rang 12. Auch über die 50 Meter Brust belegte er einen starken 12. Platzund zeigte damit konstant gute Leistungen gegen die internationale Konkurrenz.
Eine Schlüsselrolle innerhalb der deutschen Mannschaft nahm Anna Forsbach ein. Über 100 Meter Freistil qualifizierte sie sich als Siebtschnellste für das Finale. Dort gelang ihr eine weitere Leistungssteigerung, sodass sie den Wettkampf auf einem starken 8. Platz beendete – nur hauchdünn über ihrer persönlichen Bestzeit. Auch über 50 Meter Freistil zeigte sie ein überzeugendes Rennen und sammelte wertvolle Erfahrungen auf internationalem Spitzenniveau. Besonders wertvoll war Anna jedoch für die deutschen Staffeln. Gleich viermal vertraute das Bundestrainerteam auf die Ratingerin. Mit der 4×100-Meter-Kraulstaffel sowie der 4×200-Meter-Kraulstaffel erreichte Deutschland jeweils den 4. Platz. In der 4×100-Meter-Mixed-Kraulstaffel gewann das deutsche Team die Bronzemedaille. Den Höhepunkt bildete jedoch die 4×100-Meter-Lagenstaffel. Als Schlussstarterin auf der Freistilstrecke zeigte Anna mit einer herausragenden 57,4-Sekunden-Splitzeit ihre ganze Klasse und führte Deutschland zur Silbermedaille.
Dass gleich drei Athletinnen und Athleten des TV Ratingen das Nationaltrikot tragen durften, unterstreicht die kontinuierliche Entwicklung des Vereins. Die Erfolge beim CECJM sind das Ergebnis jahrelanger konsequenter Trainingsarbeit und einer engen Zusammenarbeit zwischen Sportlern, Trainern und Eltern.
Entsprechend zufrieden zeigte sich ihr mitgereister Trainer Christian Kowalis: „Die Berufung in die Nationalmannschaft ist bereits eine besondere Auszeichnung. Dass unsere Athletinnen und Athleten diese Chance mit Finalteilnahmen, Medaillen, persönlichen Bestzeiten und gleich mehreren Vereinsrekorden genutzt haben, erfüllt uns mit großem Stolz. Sie haben den TV Ratingen und Deutschland hervorragend vertreten.“
Mit dem erfolgreichen Abschneiden beim CECJM setzen Anna, Charlotte und Titus den Schlusspunkt unter eine Saison, die für den TV Ratingen kaum erfolgreicher hätte verlaufen können. Nach zahlreichen Medaillen und Finalteilnahmen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften folgte nun der nächste Beweis, dass die Ratinger Talente auch auf internationalem Parkett konkurrenzfähig sind. Die gezeigten Leistungen machen Mut – und lassen bereits heute erkennen, dass dies für die drei Nachwuchsschwimmerinnen und -schwimmer erst der Anfang einer vielversprechenden sportlichen Entwicklung sein könnte.

