Ein Expertengespräch über die Vorteile energetischer Sanierungen

KREIS METTMANN. Wie kann man als Eigentümer eines Wohnhauses viel Energie sparen? Das ist eine Frage, die sich angesichts der hohen Energiepreise zurzeit immer mehr Hausbesitzer stellen. Um die energetische Sanierung in den Fokus zustellen, zeichnet der Kreis Mettmann in der ALTBAUNEU-Kampagne „Ausgezeichnet! Gut gebaut“ in diesem Jahr wieder vorbildlich sanierte Altbauten sowie Neubauten mit einem hohen Energiestandard durch eine Plakette und eine Prämie von 500 Euro aus. Susanne Berger, Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Mettmann kann sich im Moment kaum vor Anfragen retten. Im Gespräch mit Peter Wobbe-von Twickel, ALTBAUNEU-Koordinator beim Kreis Mettmann, spricht sie über häufig gestellte Fragen und die guten Gründe für eine energetische Sanierung.

Susanne Berger, Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Mettmann

Frau Berger, viele ältere Häuser sind energetisch nicht auf dem neuesten Stand. Im Kreis Mettmann wird die Quote der sanierungsbedürftigen Häuser auf 70 Prozent geschätzt. Warum schrecken so viele Menschen vor einer Sanierung zurück?

Susanne Berger: Ein Aspekt ist sicherlich das Alter. Viele Hausbesitzer fragen sich, ob es sich für sie noch lohnt, in eine Sanierung zu investieren. Dazu kommen viele widersprüchliche Berichte, die die Menschen verunsichern. Sie wissen nicht: Was ist für meine Immobilie gut und was passt zu meiner Lebenssituation?

Ist die Sorge vor den hohen Kosten denn unbegründet?

Berger: In vielen Fällen ist sie unbegründet. Denn eine Sanierung, mit der sich Energiekosten einsparen lassen, muss nicht immer eine große und umfassende Aktion sein. Die große Lösung lohnt sich, wenn man den Wert der Immobilie auch langfristig sichern möchte und die Enkel- oder Erbengeneration im Blick hat oder darüber nachdenkt, die Immobilie zu verkaufen. Allerdings werden viele Maßnahmen durch die steigenden Energiepreise deutlich wirtschaftlicher, so dass Investitionen hier auch als gute Geldanlage gesehen werden können. Aber es gibt auch kleine Maßnahmen, die sich in kurzer Zeit rechnen können.

Welche zum Beispiel?

Berger: Eine typische Maßnahme ist die Luftschichtdämmung, bei der der Hohlraum zwischen dem Mauerwerk und der Klinkerwand verfüllt wird. Das ist eine Investition, die sich meist in drei bis vier Jahren über die Einsparung bei den Heizkosten amortisiert hat. Eine lohnende Investition ist in vielen Fällen auch die Heizungsanlage. Viele Anlagen sind 20 Jahre oder älter. Man kann zwar darauf warten, dass sie ohnehin kaputtgehen oder schon jetzt in eine effiziente Heizungsanlage investieren und Kosten einsparen. Insbesondere, wenn man zukünftig nicht mehr mit Öl oder Gas heizen möchte, sollte man hier rechtzeitig in die Planung einsteigen.

Den Effekt sehe ich auf der Heizkostenrechnung, verändert sich auch die Wohnqualität?

Berger: Das Raumklima ist in energetisch sanierten Gebäuden ein ganz anderes. Sie haben weniger kalte Außenwände, fühlen sich bei niedrigeren Raumtemperaturen wohler und haben ein viel niedrigeres Risiko für Schimmelbildung. Es hält sich immer noch der Irrglaube, dass ein Haus atmen müsse. Das ist Unsinn, das Haus lebt ja nicht. In einem wärmegedämmten Haus geschieht der natürliche Luftaustausch nicht mehr über die Fugen und andere Undichtigkeiten, die einen enormen Energieverlust verursachen. Frische Luft können Sie intelligenter ins Haus lassen, z.B. in dem Sie regelmäßig die Fenster öffnen oder eine Lüftungsanlage einbauen lassen.

Wer beantwortet die Fragen: Was ist für meine Immobilie gut und was passt zu meiner Lebenssituation?

Berger: Das machen Energieberater, die auch darüber informieren, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Denn uns hilft derzeit eine hohe Unterstützung von Seiten des Staates durch Fördermittel oder zinsgünstige Kredite, auch für kleinere Maßnahmen.

Wie finde ich einen seriösen Energieberater?

Berger: Unabhängige und qualifizierte Energieberater/innen finden Sie auf der Seite der Energieeffizienz-Experten (www.energie-effizienz-experten.de). Ich empfehle immer neutrale Berater, die kein eigenes wirtschaftliches Interesse als Handwerker oder Dienstleister haben.

Was kostet eine Energieberatung?

Berger: Es gibt keine festgelegte Gebührenordnung für Energieberater. Die durch das BAFA geförderte Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan für Wohngebäude findet man auf der Internetseite der BAFA (www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/Beratene/beratene_node.html)

Diese wird mit 80 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars, bei Ein- und Zweifamilienhäusern maximal 1300 Euro und bei Mehrfamilienhäusern maximal 1.700 Euro, gefördert. Wenn Maßnahmen aus dem Sanierungsfahrplan umgesetzt werden, kann für diese im Rahmen der Bundesförderung ein zusätzlicher Bonus von 5 Prozent auf geförderte Maßnehmen geltend gemacht werden. Wer sich zu einer Sanierung entschließt und Fördermittel beantragen möchte, sollte sich dabei auf jeden Fall von einem unabhängigen Energieberater begleiten lassen.

Gibt es Erfahrungen, die Sie aus Ihren Beratungen gerne weitergeben möchten?

Berger: Derzeit beraten wir viele Verbraucher, die zukünftig ihre Bestandsimmobilien mit einer Wärmepumpe beheizen möchten. Dies ist grundsätzlich auch mit Heizkörpern möglich, wir empfehlen hier aber, im Vorfeld den erwähnten individuellen Sanierungsfahrplan anfertigen zu lassen und mit einer Heizlastberechnung zu ermitteln, ob eventuell einzelne Heizkörper vergrößert werden müssen, um die Wärmepumpe effizient betreiben zu können. Sinnvoll ist es dann auch, einen Teil des erforderlichen Stroms für die Wärmepumpe und den Haushalt über eine eigene Photovoltaikanlage selbst abzudecken.

Informationen zur ALTBAUNEU-Kampagne gibt es unter www.alt-bau-neu.de/kreis-mettmann, Kontakt: altbauneu@kreis-mettmann.de

Kontakt zur Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Mettmann: www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/ratingen-energieberatung, E-Mail: ratingen.energie@verbraucherzentrale.nrw

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