Einwendung gegen CO2-Pipeline

Ratingen. Gegenüber dem jetzt eingeleiteten Raumordnungsverfahren „Delta Rhine Corridor“ – einer geplanten CO2-Pipeline – spricht sich die BUND-Ortsgruppe für eine sachgerechte Neuplanung des Trassenverlaufs unter möglichen Ausschluss des Stadtgebietes Ratingens aus und hat sich jetzt mit einer entsprechenden Stellungnahme an die Bezirksregierung Düsseldorf gewandt.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese Leitung überhaupt durch den dichtbesiedelten Kreis Mettmann geht; dazu noch gebündelt mit der umstrittenen CO-Pipeline und anderen Rohrleitungen. Die neue CO2-Pipeline birgt eine hohe gesundheitliche Gefährdung, z.B. Bewusstlosigkeit bei durchaus realistischen Schadensfällen, womit Evakuierungen von ganzen Stadtteilen zu rechnen sind. Bei Verlegung der Rohrleitung im vorzugswürdigen Korridor wären die Stadtteile Breitscheid sowie Eggerscheidt und die dort lebenden BürgerInnen dieser hohen permanenten Gefahr ausgesetzt. Ein Bau der Pipeline im Variantenkorridor hätte noch katastrophalere Auswirkungen und würde die Stadtteile Homberg, Hösel und Breitscheid mit ihrer Bevölkerung treffen. „Auch wegen den deutlich höheren Eingriffen in Natur und Landschaft kommt eine Verlegung im Variantenkorridor aus Sicht der BUND-Ortsgruppe überhaupt nicht in Frage“, betont Andreas Lammert, Vorsitzender der Ortsgruppe.

Auf Ratingen bezogen, hat die BUND-Ortsgruppe einen besonderen Einwand wegen der Trassenquerung des unter Naturschutz stehenden und in seiner einzigartigen Beschaffenheit gefährdeten Angertales, welche für alle Korridore erfolgt. Die Talsohle im Angertal liegt an vielen Stellen 70 bis 100 Meter unter den umliegenden Höhenrücken. Wie soll da nun technisch ein solcher Leitungsbau realisiert werden, wie sehen da die Pläne aus? Das NSG Angertal wird selbst in der Vorzugsvariante auf einer Länge – je nach Verlauf -von 350 bis 1000m gekreuzt und das Naturschutzgebiet zerschnitten.

Ist mit einer gigantischen Erdbaustelle im Angertal zu rechnen, welche die besonders schützenswerte Gewässerökologie zerstört? Gefordert wird für diesen Abschnitt der Talquerung eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit zugehörigen Scoping-Terminen und Gutachten, sollte an der Planung in diesen Korridoren tatsächlich festgehalten werden. Eine Querung des Bachtales mit der Leitung im Durchmesser von DN 800 mm wird zu erheblichen Erdbewegungen führen mit erheblichen Eingriffen in die Vegetationsbestände des Bachtales und damit in Habitate geschützter Arten im NSG.

Abgesehen von der Problematik Angertal wird in große Teile des Ratinger Waldgebietes und in produktive Ackerflächen eingegriffen mit entsprechend hohen Schäden für die heimische Forst- und Landwirtschaft.

„Gegenwärtig ist für die BUND-Ortsgruppe in keinerlei Weise der Nutzen einer solchen Pipeline erkennbar, welcher die zu erwartenden massiven Eingriffe in Natur und Landschaft rechtfertigt,“ unterstreicht Lammert die Position des BUND, „und daher lehnt die BUND-Ortsgruppe den Bau der CO2-Pipeline auf Ratinger Fläche entschieden ab.“

Die BUND-Ortsgruppe unterstützt deshalb die nun gemeinsam gegenüber der Bezirksregierung eingereichten Stellungnahme der in NRW anerkannten Naturschutzverbände des Landesbüros in Oberhausen zu diesem Raumordnungsverfahren und schließen sich allen dort genannten Einwänden an.