Entwicklung der Freifläche am Wilhelmring

Die SPD-Fraktion beantragt für die nächste Sitzung des Bezirksausschusses Mitte einen eigenen Tagesordnungspunkt zur „Perspektive der Entwicklung von Freiflächen am Wilhelmring“. Konkret geht es um die seit Jahren brachliegende Fläche an der Ecke Wilhelmring / Calor-Emag-Straße, für die aus Sicht der Sozialdemokraten endlich eine zukunftsfähige Nutzung gefunden werden muss.

„Diese Fläche liegt mitten in der Stadt und ist seit Jahren völlig ungenutzt. Das ist angesichts des hohen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum schlicht nicht mehr vermittelbar“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Wiglow.

Mit ihrem Antrag bittet die SPD-Fraktion die Verwaltung, darzustellen, wie auf dem Areal Geschosswohnungsbau in Form von öffentlich gefördertem Wohnraum realisiert werden kann. Dabei sollen ausdrücklich auch die Möglichkeiten des sogenannten „Bauturbos“ (§ 246e BauGB) geprüft werden, der seit dem 30. Oktober 2025 in Kraft ist und Kommunen deutlich mehr Spielraum bei der Schaffung von Wohnraum einräumt.

„Der Bauturbo eröffnet neue Chancen, schneller und flexibler zu handeln. Gerade für innerstädtische Flächen wie am Wilhelmring kann das ein entscheidender Hebel sein“, so Wiglow weiter. „Wir wollen wissen, wie die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können und mit welchen Akteuren eine Umsetzung realistisch wäre.“

Auch der sachkundige Bürger der SPD, Gero Aschenbroich, kritisiert den jahrelangen Stillstand rund um das Gelände: „Seit vielen Jahren wird immer wieder über mögliche Projekte gesprochen – von Hochschule bis Kino. Passiert ist nichts. Die Fläche liegt weiterhin brach, obwohl sie sich hervorragend für Wohnungsbau eignet.“

Nach Auffassung der SPD spricht vieles für eine Wohnnutzung: Die Nahversorgung sei gesichert, der Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr vorhanden, und auch die umliegende Bebauung zeige, dass Geschosswohnungsbau an diesem Standort städtebaulich sinnvoll sei.

„Einzelhandelsprojekte oder größere Gewerbeansiedlungen wären hier kaum vorstellbar – weder verkehrlich noch im Hinblick auf die Innenstadtentwicklung“, betont Aschenbroich. „Wohnungsbau ist die naheliegende und sinnvolle Option.“

Besonders wichtig ist der SPD-Fraktion dabei der Aspekt des öffentlich geförderten Wohnungsbaus. „Ratingen braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Sozialwohnungen lassen sich vor allem im Geschosswohnungsbau realisieren“, so Wiglow. „Im Rahmen der Nachverdichtung müssen integrierte Freiflächen wie diese endlich mobilisiert werden.“

Hinzu kommt, dass einer Entwicklung auch planungsrechtlich nichts Grundsätzliches entgegensteht. Der bestehende Bebauungsplan Calor-Emag könne aufgrund des Zeitablaufs ohne Weiteres geändert werden.

In der Sitzung des Bezirksausschusses Mitte am 22. Januar 2026 hatte Verwaltungsvertreter Herr Boberg auf Nachfrage erklärt, dass es aktuell keinerlei Entwicklungsaktivitäten für die Fläche gebe. Für die SPD ist das ein weiterer Grund, das Thema nun erneut und mit Nachdruck aufzugreifen.

„Wenn nichts passiert, müssen wir als Politik handeln“, fasst Wiglow zusammen. „Diese Fläche bietet die Chance, mitten in der Stadt neuen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Diese Chance dürfen wir nicht länger ungenutzt lassen.“