Ratingen. „Deutschlandweit fehlen über 12.000 Frauenhausplätze und im gesamten Kreis Mettmann gibt es lediglich ein Frauenhaus“ erklärt Clara Unland (Sprecherin Die Linke Ratingen) als den Grund für den Antrag.

Laut dem letzten Lagebericht des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2025 wurden 308 Frauen und Mädchen von ihrem Partner, Ex-Partner oder anderen Familienmitgliedern getötet (auch Femizide genannt). Die Zahl von Opfern häuslicher Gewalt wird mit 266.000 Frauen beziffert, „wobei die Dunkelziffer wahrscheinlich deutlich höher liegen dürfte“, so Unland weiter. Die hohe Zahl der fehlenden Frauenhausplätze stehe im krassen Widerspruch zu der durch Deutschland ratifizierten Istanbul-Konvention. Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung dem Kampf gegen Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt verpflichtet. Unland hofft, dass die Reden zum internationalen Frauentag und Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen (Orange Day) nicht nur bloße Lippenbekenntnisse sind, sondern durch die Errichtung eines Frauenhauses der erste Schritt hin zur Umsetzung auf lokaler Ebene in der Praxis getan wird.
Die Linke fordert in einem Antrag für Ratingen die Errichtung eines Frauenhauses samt Beratungsstelle.
