Hundesteuererhöhung – Augenmaß statt pauschaler Erhöhung

Ratingen. Die Fraktion der Bürger-Union lehnt die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Hundesteuer um 10 Prozent ab und bringt einen eigenen, moderaten Kompromiss in die Haushaltsberatungen ein.

„Die Hundesteuer ist eine Aufwandssteuer ohne jede Zweckbindung“, erklärt Fraktionsvorsitzender Rainer Vogt. „Die Einnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt, ohne dass Hundehalterinnen und Hundehalter dafür einen direkten Mehrwert erhalten. Eine pauschale Erhöhung wäre daher nur eine zusätzliche Belastung – ohne Gegenleistung.“

Kritisch sieht die Bürger-Union zudem die fehlende Umsetzung hundebezogener Infrastruktur: „Beschlossene Hundeauslaufflächen werden seit Jahren nur unzureichend umgesetzt, insbesondere in Lintorf besteht weiterhin großer Bedarf. Außerdem sollten in Ratingen flächendeckend Hundekotbeutelspender und Abfallbehälter aufgestellt werden, wie dies in vielen anderen Städten längst Standard sind“, ergänzt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Angela Diehl. „Dann wäre auch eine Hundesteuer besser vermittelbar“, so die Fraktionsspitze der Bürger-Union.

Die soziale Dimension der Steuer sei ebenfalls ein entscheidender Faktor: „Die Hundesteuer trifft Menschen unabhängig von ihrem Einkommen. Für viele ist der Hund kein Luxus, sondern ein sozialer Partner – er hilft älteren Menschen, Einsamkeit zu vermeiden, und stabilisiert den Alltag von Familien oder Alleinlebenden“, betont Diehl.

Angesichts eines Haushaltsvolumens von 437 Millionen Euro stünden Mehreinnahmen von lediglich rund 66.000 Euro in keinem angemessenen Verhältnis zur Belastung der Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig erkennt die Fraktion die Notwendigkeit eines Beitrags zur Haushaltskonsolidierung an.

Deshalb schlägt die Bürger-Union einen vermittelnden Kompromiss vor:
• Erhöhung der Hundesteuer für den ersten Hund von 115 auf 120 Euro
• für den zweiten Hund von 200 auf 210 Euro
• für den dritten Hund von 250 auf 260 Euro
• für Listenhunde von 950 auf 1.000 Euro

„Mit diesem Vorschlag leisten wir einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, ohne die Bürgerinnen und Bürger übermäßig zu belasten“, erklärt Rainer Vogt. Angela Diehl ergänzt: „Wir setzen auf Augenmaß und soziale Verantwortung – und fordern konkrete Verbesserungen bei der Hundeinfrastruktur.“