Ratingen. Das preisgekrönte Minguet Quartett kommt am Samstag, 7. November, nach Ratingen und tritt um 20 Uhr im Ferdinand-Trimborn-Saal, Poststraße 23, auf. Das 1988 gegründete Ensemble präsentiert das Programm „Musik in allen Farben. Hans Werner Henze zum 100.“ mit klassischer Musik der Komponisten Bach, Schönberg, Strawinsky, Henze und Brahms.

Das Minguet Quartett setzt sich zusammen aus Ulrich Isfort (1.Violine), Annette Reisinger (2.Violine), Aida-Carmen Soanea (Viola) und Matthias Diener (Violoncello). Es zählt heute zu den international gefragtesten Streichquartetten und gastiert in allen großen Konzertsälen der Welt, wobei seine so leidenschaftlichen wie intelligenten Interpretationen für begeisternde Hörerfahrungen sorgen. Namenspatron ist Pablo Minguet, ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich in seinen Schriften darum bemühte, dem breiten Volk Zugang zu den schönen Künsten zu verschaffen: Das Minguet Quartett fühlt sich dieser Idee mehr denn je verpflichtet.
In Ratingen ehrt das Ensemble den Komponisten Hans Werner Henze. Henze wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Er war nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein hochpolitischer Künstler, der sich entschieden gegen den Faschismus positionierte. In einem atmosphärisch dichten Konzertabend beleuchtet das Minguet Quartett neben Henzes Musik auch die seiner bewunderten Vorbilder: Werke von Bach, Schönberg, Strawinsky und Brahms umrahmen Henzes Streichquartett Nr. 2, wodurch ein vielseitiges Porträt des Komponisten entsteht. Der 26-jährige Henze schrieb sein zweites Streichquartett im Jahr 1952. Es ist das Werk eines jungen Mannes, der versucht, die Trümmer der Vergangenheit hinter sich zu lassen: ein vom Nationalsozialismus geprägtes Elternhaus, traumatische Erfahrungen an der Front im Zweiten Weltkrieg.
Das Minguet Quartett bettet Henzes Stück in die Musik vergangener Jahrhunderte ein, die der junge Komponist begierig aufsog und intensiv studierte, um daraus seinen eigenen Stil zu entwickeln: vier Sätze aus Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“, ein frühes und noch ganz tonales Scherzo von Arnold Schönberg und die eigenwilligen „Drei Stücke für Streichquartett“ des Russen Igor Strawinsky. Mit Johannes Brahms‘ Streichquartett Nr. 1 c-Moll erklingt nach der Pause ein bahnbrechendes Werk, das ähnlich wie Henzes Musik die Zerrissenheit zwischen strenger Form und emotionaler Urgewalt in sich trägt. Das Konzert wird gefördert vom Kultursekretariat NRW Gütersloh.
Karten zum Preis ab 13,50 Euro sind im Ticketverkauf des Kulturamts, Minoritenstraße 2-6, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter https://tickets.stadt-ratingen.de/ und bei www.westticket.de erhältlich. Reservierungswünsche nimmt das Kulturamt telefonisch unter 02102 550-4104 und 4105 entgegen.

