Ratinger Tafel und Integrationsrat erhalten Heimatpreis 2020

Ratingen. Die Tafel Ratingen e.V. und der Integrationsrat Ratingen erhalten den Heimatpreis 2020. Das beschloss der Rat der Stadt in seiner letzten Sitzung einstimmig. Der vom Land NRW ausgelobte Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Beide Preisträger erhalten somit 2.500 Euro.

Schon im vergangenen Jahr hatten sich rund 140 Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen dazu entschlossen, einen Heimat-Preis zur Würdigung des örtlichen Engagements zu vergeben. Die Stadt Ratingen verlieh seinerzeit den Preis an die Arbeitsgemeinschaft „Industriepfad Ratingen“. Auch in diesem Jahr hat sich Ratingen um eine Zuwendung im Rahmen des Landesprogramms „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern was Menschen verbindet“ beworben und den Zuschlag erhalten.

Ein Gremium unter dem Vorsitz des Beigeordneten Harald Filip hatte die Projekte im Vorfeld einstimmig ausgewählt. Dem Auswahlgremium gehörten außerdem die Bundestagsabgeordneten Peter Beyer und Kerstin Griese, die Kulturausschussvorsitzende Margarete Paprotta sowie Dirk Wittmer, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Aktiv für Ratingen“, an.

Seit 2008 gibt es die Ratinger Tafel. Der Verein versorgt Menschen, die in Armut leben, indem sie gespendete Lebensmittel für kleines Geld verkauft. In Ratingen sind rund 130 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Tafel aktiv. Sie erhält regelmäßig Unterstützung von rund 45 Geschäften und Lieferanten, die gute Lebensmittel, die allerdings kurz vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, spenden. Auch bei Sonderaktionen wird die Tafel Ratingen e.V. immer wieder mit größeren Sachzuwendungen bedacht. Somit erhält sie eine breite Unterstützung durch die Stadtgesellschaft. Jeder Mensch hat ein Recht auf gesunde und ausreichende Nahrung. Die Tafel Ratingen e.V. ermöglicht dieses Recht den Menschen, die es sich sonst finanziell nur schwer leisten können. Darüber hinaus stehen die Tafeln als eine der größten Bürgerschaftlichen Bewegungen für ehrenamtliches Engagement und für Bildungsarbeit.

Seit 1981 hat es sich der Integrationsrat zur Aufgabe gemacht, die kulturelle und politische Entwicklung der Stadt mitzugestalten. Durch seine Arbeit macht er immer wieder klar, dass Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. In diesem Netzwerk ist der Integrationsrat ein wichtiger Partner, der immer wieder Impulse zum Gelingen von Integration vor Ort setzt. Dieser Weg zu einer gleichberechtigten gesellschaftlichen und politischen Teilhabe der Menschen mit Migrationshintergrund soll konsequent weiter verfolgt werden. So setzt sich der Integrationsrat für den Aufbau einer unabhängigen Antidiskriminierungsstelle in Ratingen ein, die rassistische Vorfälle identifizieren und dokumentieren soll.

Die offizielle Verleihung der Preise wird Bürgermeister Klaus Pesch voraussichtlich im November vornehmen.

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