Ratingen. Die Sanierung des Kreisverkehrs am Hösel-Center soll auch im Jahr 2026 nicht stattfinden -Bezirksausschuss will das so nicht hinnehmen.
Der Kreisverkehr Bahnhofstraße in Hösel ist der am stärksten befahrene Knotenpunkt im Bezirk Hösel/Eggerscheidt, obwohl die Fahrbahn in einem desolaten Zustand ist. Seine Sanierung ist seit Jahren überfällig, politisch beschlossen und die Haushaltsmittel sind eingeplant – und trotzdem hat eine öffentliche Ausschreibung der Baumaßnahme bis heute nicht stattgefunden. Die Umsetzung dieser Maßnahme, die für 2026 angekündigt war, droht nun ins nächste Jahr zu rutschen. Die Fraktionen im Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt haben sich parteiübergreifend zu Wort gemeldet und machen deutlich: Sie wollen alles daransetzen, dass die Sanierung noch in diesem Jahr beginnt.
Die Situation ist ernüchternd. Im Sachstandsbericht, den die Verwaltung zuletzt vorgelegt hat, war ein konkreter Starttermin nicht mehr zu erkennen. Dabei war die Dringlichkeit der Maßnahme spätestens seit dem Sommer 2025 für alle sichtbar: Ein Wasserrohrbruch an der Hauptwasserleitung des Kreisverkehrs führte damals zu einer wochenlangen Teilsperrung, die das gesamte Straßennetz rund um Hösel und Eggerscheidt an seine Grenzen brachte. Dass ausgerechnet an diesem Knotenpunkt die Ausschreibung noch nicht erfolgt ist, überrascht die Mitglieder des Bezirksausschusses.
„Es ist schwer zu erklären, warum eine Maßnahme, für die die Mittel längst bereitstehen, immer wieder nach hinten verschoben wird. Wir nehmen das zur Kenntnis – aber wir geben uns damit nicht zufrieden. Unser Ziel ist es, dass die Sanierung noch in diesem Jahr beginnt, und wir erwarten von der Verwaltung, dass sie jetzt alles dafür tut“, sagt Robin Langer, CDU-Ratsherr und Vorsitzender der CDU Hösel/Eggerscheidt.
Die Verkehrssituation im Umkreis macht eine zügige Umsetzung noch dringlicher. Bauarbeiten im Bereich der August-Thyssen-Straße und der Ruhrtalbrücke belasten die Ausweichstrecken durch Hösel und Eggerscheidt bereits jetzt erheblich. Je länger die Kreisverkehr-Sanierung auf sich warten lässt, desto schwieriger wird es, sie in ein Gesamtverkehrskonzept zu integrieren, das die Belastungen für den Stadtteil in Grenzen hält.
Dr. Michael Krömker, Ratsmitglied der Bürger Union und Mitglied des Bezirksausschusses, teilt die Einschätzung: „Der Kreisverkehr ist in einem baulichen Zustand, der keinen weiteren Aufschub verträgt. Wir reden hier nicht von einer Wunschliste, sondern von einer beschlossenen und finanzierten Maßnahme, von der die Menschen in Hösel jetzt zu Recht erwarten, dass sie umgesetzt wird. Wir wollen, dass die Verwaltung jetzt Tempo macht.“
„Ich kenne die Situation am Kreisverkehr Bahnhofstraße aus dem Alltag – er ist eine der meistgenutzten Verbindungen im gesamten Bezirk. Dass die Sanierung jetzt weiter auf sich warten lässt, obwohl die Voraussetzungen längst erfüllt sind, ist für die Menschen vor Ort nur schwer nachvollziehbar. Wir werden darauf achten, dass das Thema nicht von der Agenda verschwindet“, sagt Tatjana Pfotenhauer, Ratsfrau und Sprecherin der CDU im Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt.
Hans-Günther Linauer, sachkundiger Bürger der SPD und Mitglied des Bezirksausschusses, ergänzt: „Die Bürgerinnen und Bürger in Hösel fragen uns, wann endlich etwas passiert. Eine Antwort können wir momentan nicht geben – und das ist unbefriedigend. Was wir sagen können: Der Bezirksausschuss ist sich einig, dass 2026 das Ziel sein muss und dass wir die Verwaltung bei jedem nächsten Schritt im Blick behalten werden.“
Michael Droste, CDU, erster stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Bezirksausschusses Hösel/Eggerscheidt, bringt die gemeinsame Position auf den Punkt: „Die Mittel sind da, die Notwendigkeit ist unbestritten und der politische Wille ist parteiübergreifend vorhanden. Was wir jetzt brauchen, ist ein klares Signal der Verwaltung, dass die Ausschreibung unverzüglich auf den Weg gebracht wird – damit ein Baubeginn noch in diesem Jahr realistisch bleibt. Wir werden das weiter eng begleiten.“

