Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen setzt sich dafür ein, die städtischen Seniorentreffs gezielt zu sogenannten „kühlen Orten“ weiterzuentwickeln. Ziel ist es, insbesondere älteren Menschen während zunehmender Hitzeperioden wohnortnahe, gut erreichbare und kostenfreie Rückzugsräume anzubieten.
Die Verwaltung wird beauftragt darzustellen, mit welchem Aufwand die bestehenden Seniorentreffs entsprechend angepasst werden können. Im ersten Schritt sollen insbesondere Maßnahmen wie eine optimierte Beschattung sowie die nachträgliche Ausstattung mit Klimatisierung geprüft werden. In einem zweiten Schritt sollen weitergehende Maßnahmen wie eine energetische Ertüchtigung der Gebäude und die Installation von Photovoltaikanlagen untersucht werden.
Darüber hinaus soll die Verwaltung prüfen, wie auch Seniorentreffs in freier Trägerschaft zu „kühlen Orten“ weiterentwickelt werden können. Hierzu sollen Gespräche mit den Trägern geführt und ein mögliches Förderprogramm skizziert werden. Ebenso sollen notwendige organisatorische Rahmenbedingungen – etwa erweiterte Öffnungszeiten während Hitzeperioden – dargestellt werden.
Die Ergebnisse einschließlich der finanziellen Auswirkungen sollen bis zum Jahresende vorgelegt werden, damit eine Umsetzung rechtzeitig vor den zu erwartenden Hitzeperioden im Jahr 2027 erfolgen kann.
Hintergrund des Antrags sind die zunehmenden gesundheitlichen Belastungen durch Hitze. Die Zahlen sind alarmierend: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gab es im Sommer 2026 bis zur Kalenderwoche 29 bereits schätzungsweise 9.800 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland – und das noch vor dem Ende der eigentlichen Sommerperiode. „Diese Entwicklung zeigt eindringlich, wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist. Die zunehmenden Hitzewellen stellen gerade für ältere Menschen ein erhebliches und oft unterschätztes Gesundheitsrisiko dar. Hier müssen wir als Kommune aktiv vorsorgen“, erklärt Christian Wiglow, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Seniorentreffs sind bereits etablierte Orte in den Quartieren. Mit gezielten Maßnahmen können wir sie schnell zu verlässlichen kühlen Rückzugsorten weiterentwickeln.“
Auch Rosa-Maria Kaleja, Ratsmitglied im Sozialausschuss, unterstreicht die soziale Bedeutung des Vorhabens: „Viele ältere Menschen leben allein und haben nicht die Möglichkeit, ihre Wohnung ausreichend zu kühlen. Umso wichtiger sind wohnortnahe, konsumfreie Orte, an denen sie sich aufhalten und vor Hitze schützen können. Gleichzeitig stärken wir damit auch die soziale Teilhabe.“
Aus Sicht der SPD-Fraktion lassen sich Seniorentreffs mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand anpassen und bieten damit einen pragmatischen und kurzfristig wirksamen Beitrag zum kommunalen Hitzeschutz.
„Kühle Orte sind ein zentraler Bestandteil moderner Hitzeaktionspläne“, so Wiglow weiter. „Wir wollen, dass Ratingen hier gut vorbereitet ist und besonders vulnerable Gruppen konkret unterstützt.“
Die SPD-Fraktion sieht in dem Antrag einen wichtigen Schritt, um die Lebensqualität und Gesundheit älterer Menschen in Ratingen nachhaltig zu schützen und zu stärken.

