Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt beantragt für die nächste Sitzung des Bezirksausschusses Mitte einen Sachstandbericht zur seit Jahren angekündigten, aber bislang nicht umgesetzten Lärmschutzmaßnahme an der Westbahn im Bereich der Haarbach-Höfe. Die Verwaltung soll einen aktuellen Bericht, eine belastbare Zeitschiene sowie die städtischen Handlungsoptionen vorlegen.
„Seit Jahrzehnten warten die Menschen in den Haarbach-Höfen auf einen wirksamen Schutz vor dem Bahnlärm. Es gab Ratsbeschlüsse, Zusagen und Ankündigungen – doch passiert ist bis heute nichts“, erklärt Christian Wiglow, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Das ist für die Anwohnerinnen und Anwohner nicht mehr nachvollziehbar und politisch nicht hinnehmbar.“
Immer wieder habe die Stadt auf Terminverschiebungen seitens der Deutschen Bahn und auf ausgefallene Sperrpausen verwiesen. „Noch im Haupt- und Finanzausschuss am 20. Mai 2025 hatte die Verwaltung erklärt, dass Sperrpausen vom 16. Juni bis zum 27. Oktober 2025 vorgesehen seien und die notwendige Zeit für die Tiefbauarbeiten genutzt werden könne. Bekanntlich ist das Jahr 2025 inzwischen vorbei – realisiert wurde der Lärmschutz trotzdem nicht“, so SPD-Ratsmitglied Rosa-Maria Kaleja.
Im Bezirksausschuss Mitte am 4. Dezember 2025 wurde dann auf Nachfrage mitgeteilt, es gebe nichts Neues zu berichten. Als Begründung wurde ein laufendes Insolvenzverfahren genannt, das auch die Stadt Ratingen betreffe.
Diese neue Entwicklung sorgt in der SPD für große Sorge. Rosa-Maria Kaleja betont: „Die Aussage, es gebe ‚nichts zu berichten‘, ist für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger ein Schlag ins Gesicht. Hier geht es um Lebensqualität und Gesundheit. Statt weiterer Ausreden brauchen wir endlich Transparenz und Verlässlichkeit.“
Christian Wiglow warnt vor den Folgen der anhaltenden Verzögerungen: „Wenn Zusagen immer wieder nicht eingehalten und dringend notwendige Maßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben werden, leidet das Vertrauen in staatliches Handeln massiv – unabhängig davon, wer am Ende die Verantwortung trägt.“
Mit dem beantragten Tagesordnungspunkt will die SPD-Fraktion Klarheit darüber schaffen, ob und wie die Umsetzung des Lärmschutzes noch gesichert werden kann. „Die Menschen in den Haarbach-Höfen haben ein Recht darauf zu wissen, wie es weitergeht – und wann“, so Wiglow abschließend.
