Ratingen. Nach Berichten über erheblichen Sanierungsbedarf und einen Wassereintritt im Gebäude des Oberschlesischen Landesmuseums fordert die Ratsgruppe Die Linke im Rat der Stadt Ratingen umfassende Aufklärung. Für die Ratsgruppe stellt sich zunehmend die Frage, ob beim Gebäudemanagement des Museums grundlegende Risiken über Jahre hinweg unterschätzt oder schlicht ignoriert wurden.
„Wenn ein Museum, das mit öffentlichen Mitteln arbeitet und kulturell von großer Bedeutung ist, offenbar einen erheblichen Sanierungsstau aufweist und es dann auch noch zu Wasserschäden kommt, dann ist das mehr als nur ein technisches Problem“, erklärt Gruppensprecher Manfred Evers. „Dann stellt sich die Frage, ob hier verantwortungsvoll mit öffentlichem Eigentum umgegangen wird.“
Besonders brisant: Das Museumsgebäude steht zwar nicht im Eigentum der Stadt Ratingen, wurde jedoch im Rahmen eines Erbbaurechts auf einem Grundstück der Stadt errichtet. In solchen Verträgen ist in der Regel klar geregelt, dass Gebäude ausreichend gegen Schäden wie Brand, Sturm oder Leitungswasser versichert sein müssen.
Genau hier sieht die Ratsgruppe erheblichen Klärungsbedarf.
„Wenn über längere Zeit über Renovierungsbedarf berichtet wird und trotzdem Schäden auftreten, dann muss geklärt werden, ob notwendige Maßnahmen verschleppt wurden und ob der Versicherungsschutz tatsächlich ausreicht“, so der stellvertretende Gruppensprecher Maximilian Erdmann.
Die Ratsgruppe hat Bürgermeister Patrick Anders deshalb offiziell um Auskunft gebeten:
• Besteht für das Gebäude des Oberschlesischen Landesmuseums ein ausreichender Versicherungsschutz?
• Sind mögliche Schäden – etwa durch Wassereintritt – vollständig abgedeckt?
• Und wer trägt die Verantwortung, wenn sich herausstellt, dass notwendige Sanierungen zu lange hinausgezögert wurden?
Für Die Linke steht fest: Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wie sicher eines der wichtigsten kulturellen Gebäude der Stadt tatsächlich ist.
„Wenn sich herausstellen sollte, dass Risiken jahrelang ignoriert wurden, wäre das ein schwerer Vorgang“, so Evers. „Gerade bei einer öffentlichen Einrichtung darf beim Gebäudemanagement nicht auf Verschleiß gefahren werden.“
Die Ratsgruppe erwartet nun eine schnelle und transparente Antwort der Stadtverwaltung.
