Ratingen. Die Stadt Ratingen setzt ihren Weg zu einem nachhaltigen und tierschutzgerechten Umgang mit Stadttauben fort: In Ratingen-West hat ein neues Taubenhaus, das zweite im Stadtgebiet, seinen Betrieb aufgenommen. Die ersten Tiere sind bereits eingezogen, bis zu 100 Tauben können hier Platz finden. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und dem Tierschutzverein Düsseldorf und Umgebung e.V. und soll sowohl den Tierschutz stärken als auch die Belastungen durch Stadttauben im öffentlichen Raum reduzieren.

Das neue Taubenhaus steht ganz in der Nähe des Berliner Platzes und bietet den Tieren rund um diesen Bereich künftig sichere Nistmöglichkeiten. Gleichzeitig ermöglicht es ein gezieltes Populationsmanagement: Durch den kontrollierten Austausch von Eiern soll die Zahl der Stadttauben langfristig und tierschutzgerecht reguliert werden. Darüber hinaus konzentrieren sich die Tiere stärker auf das Umfeld des Taubenhauses, wodurch Verschmutzungen durch Taubenkot in anderen Bereichen des Stadtteils verringert werden können.
„Insgesamt bietet das Taubenhaus eine ganzheitliche Lösung für den Umgang mit den Tieren – ohne Leid und tierschutzgerecht“, erklärt Melanie Gordon vom Tierschutzverein Düsseldorf. Der Verein verfügt über langjährige Erfahrung im Stadttaubenmanagement und wird die Betreuung des neuen Taubenhauses übernehmen.
Finanziert wurde das Taubenhaus inklusive Umzäunung durch das Wohnungsunternehmen LEG, das sich damit für den Tierschutz und die Lebensqualität im Stadtteil engagiert. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, die bisherige Taubenproblematik im Bereich des Mosaikcenters zu entschärfen. Davon profitieren sowohl die Tiere als auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
Dass das Konzept funktioniert, zeigt das erste Ratinger Taubenhaus in Ratingen-Mitte. Dort werden die Tiere seit Oktober von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des NABU Ratingen betreut. „Ein Erfolgsmodell, das wir nun auch auf den Stadtteil West ausweiten“, sagt Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener.
Rund 70 Tauben, die zuvor in der Innenstadt gebrütet haben, nutzen inzwischen das Umfeld des Taubenhauses in Mitte. Etwa 30 Tiere leben bereits direkt im Haus, weitere rund 40 halten sich regelmäßig in unmittelbarer Nähe auf und werden voraussichtlich ebenfalls dauerhaft dort heimisch werden.
Auch das Populationsmanagement zeigt erste Erfolge. Während im Februar zunächst zwei Eier ausgetauscht wurden, waren es im Mai bereits zehn. So kann die Population im Schlag langfristig in einer Größe gehalten werden, die eine gute Versorgung der Tiere mit Futter und Wasser ermöglicht und ihnen ein artgerechtes Leben sichert.
Mit dem zweiten Taubenhaus setzt die Stadt Ratingen einen weiteren Baustein ihres nachhaltigen Stadttaubenmanagements um und verbindet dabei Tierschutz, Sauberkeit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

