Prinzipien der DDR-Diktatur in einem Planspiel nacherleben

Ratingen. Früher war nicht alles besser – das können die 120 Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen des Beruflichen Gymnasiums des Adam-Josef-Cüppers-Berufskollegs (AJC) und der Klassen 10 b und c der Liebfrauenschule (LFS) nach dem Erleben eines zweitägigen Planspiels zur DDR in den Räumen des AJC bestätigen.

Die Spielidee: Irgendwo in einer Kreisstadt der DDR, Ende der 70-er und frühen 80-er Jahre gründen ein paar junge Leute eine Band. Ein Pfarrer stellt seine Kirche als Probenraum zur Verfügung, damit ein Konzert mit kritischen Songs stattfinden kann.

Soweit – so gut. In der DDR jedoch rief dies zwei wichtige Akteure auf den Plan – die SED, also die alleinregierende Partei im Staat, und die Staatssicherheit (Stasi). In unterschiedliche Rollen von Vertretern dieser 3 Gruppen sind die Schülerinnen und Schüler in der vorvergangenen Woche geschlüpft. Das Tückische dabei war, dass den Bandmitgliedern gar nicht klar war, mit wem sie es genau zu tun hatten, so dass sie sich teilweise regelrecht überrumpelt und hart attackiert fühlten. Doch das entsprach vielfach der Realität in der DDR.

„Die Schüler sollen erleben, wie die Prinzipien von Diktatur, Kontrolle, Zensur und Denunziantentum funktionieren“, erklärt Frank Welkisch, Bildungsgangleiter des Wirtschaftsgymnasiums die Idee. Seit zehn Jahren organisiert er das Planspiel am AJC. Seit drei Jahren ist die Liebfrauenschule mit dabei.

„Wir sind dankbar, dass die Kooperation mit dem AJC-Berufskolleg unseren Schülern ermöglicht, an diesem außergewöhnlichen Planspiel teilzunehmen. Dabei können sie die wichtige Erfahrung machen, dass freie Meinungsäußerung alles andere als selbstverständlich ist“, betont auch Christoph Jakubowski, Schulleiter der Liebfrauenschule, den hohen pädagogischen Stellenwert des Projektes.

Geleitet wurde das Planspiel von Uwe und Birgit Hilmer und Beate Michel im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung.