Aktionstage gegen sexualisierte Gewalt sensibilisieren Jugendliche

Ratingen. Rund 800 Ratinger Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen nahmen an den zweiten Aktionstagen gegen sexualisierte Gewalt teil. Mit einem vielfältigen Programm aus Theater, Selbstverteidigung, Film und kreativen Mitmachangeboten standen Prävention, Aufklärung und die Stärkung junger Menschen im Mittelpunkt.

Auf den handgefertigten Silhouetten konnten die Schülerinnen und Schüler persönliche Botschaften hinterlassen.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr hat das Amt für Kinder, Jugend und Familie die Aktionstage gegen sexualisierte Gewalt in diesem Jahr gezielt für alle siebten Klassen der weiterführenden Schulen in Ratingen organisiert. An den drei Veranstaltungstagen durchliefen die Schülerinnen und Schüler verschiedene pädagogische und interaktive Stationen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten und altersgerecht vermittelten.

Die Aktionstage verteilten sich über mehrere Orte in Ratingen West und boten den Jugendlichen unterschiedliche Zugänge zum Thema. Auf dem Abenteuerspielplatz standen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernten, die eigene Körpersprache bewusst einzusetzen, persönliche Grenzen klar zu kommunizieren und sich in bedrohlichen Situationen zu behaupten.

Im Jugendclub West wurden altersgerechte Kurzfilme gezeigt, die Themen wie Grenzverletzungen, digitale Übergriffe und Unterstützungsangebote aufgriffen. Die anschließenden Gesprächsrunden boten Raum für Fragen, Austausch und Reflexion.

Ein besonderer Höhepunkt war das interaktive Theater im Freizeithaus West. Ein professionelles Ensemble stellte Alltagsszenen dar, die typische Situationen von Belästigung und Grenzüberschreitung beleuchteten. Die Schülerinnen und Schüler konnten aktiv in die Handlung eingreifen, alternative Verhaltensweisen ausprobieren und eigene Lösungsansätze entwickeln. Das interaktive Format vermittelte praxisnah Handlungssicherheit und zeigte Möglichkeiten auf, in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren.

Ergänzt wurde das Programm durch einen offenen Aktionsbereich auf dem Berliner Platz. Duale Studierende sowie Mitarbeitende der Ratinger Jugendzentren gestalteten dort einen Ort, an dem sich die Jugendlichen ausruhen, austauschen und kreativ werden konnten. Besonderes Interesse fanden die handgefertigten Silhouetten, die zu verschiedenen Themen rund um Grenzachtung und Schutz aufgestellt wurden. Die Schülerinnen und Schüler konnten Hinweise, Gedanken und Fragen auch direkt auf den Silhouetten hinterlassen und verdeutlichten mit ihren persönlichen Beiträgen, wie intensiv sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Die Ergebnisse der Aktionstage werden auch über die Veranstaltung hinaus sichtbar bleiben. Zunächst werden die gestalteten Silhouetten bis zu den Sommerferien in den beteiligten Schulen ausgestellt. Darüber hinaus ist geplant, nach den Sommerferien eine Ausstellung im Rathaus zu präsentieren, um die Ergebnisse und Stimmen der Jugendlichen sichtbar zu machen und das Thema weiter im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Jugenddezernentin Sabine Klocke zieht ein positives Fazit: „Die erneute Durchführung der Aktionstage zeigt, dass Ratingen konsequent auf Prävention, Stärkung und Beteiligung junger Menschen setzt. Die Kombination aus praktischen Übungen, kreativen Elementen und interaktiven Formaten macht das Thema sexualisierte Gewalt für Jugendliche greifbar und unterstützt sie darin, eigene Grenzen zu erkennen und zu verteidigen.“