Eigenes Ratinger Kennzeichen „RTG“

Ratingen. Nach mehreren Anläufen ist der Weg für ein eigenes Ratinger Kfz-Kennzeichen politisch einen Schritt weiter: Der Stadtrat hat mehrheitlich beschlossen, dass sich die Stadt im Zuge der laufenden Bundesratsinitiative für die Einführung des Regionalkennzeichens „RTG“ einsetzen soll. Bereits Ende 2024 hatte die CDU-Fraktion das Thema nach einer Bürgerumfrage erstmals auf die politische Tagesordnung gebracht. Nachdem ein erster Antrag im Februar 2025 noch abgelehnt worden war, haben die Christdemokraten ihr Anliegen weiterverfolgt. Nun soll Ratingen seine Interessen aktiv in den bundesweiten Reformprozess einbringen.

Der Wunsch nach einem eigenen Kennzeichen ist dabei keineswegs neu. Schon im November 2024 hatte die CDU-Fraktion die Ratinger Bevölkerung nach ihrer Meinung gefragt. Knapp 1.500 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Umfrage: 85 Prozent sprachen sich für ein eigenes Regionalkennzeichen aus, 95 Prozent wünschten sich ein aktives Engagement der Stadt und 75 Prozent bevorzugten das Kürzel „RTG“.

„Wir haben damals ganz bewusst zuerst die Bürgerinnen und Bürger gefragt, bevor wir einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Die Rückmeldungen waren eindeutig. Umso mehr hat es uns verwundert, dass unser erster Vorstoß im Rat keine Mehrheit gefunden hat. Dass unser erneuter Antrag nun mehrheitlich beschlossen wurde, freut uns deshalb besonders“, erklärt Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion Ratingen.

Entscheidend für den erneuten Vorstoß war eine veränderte Ausgangslage auf Bundesebene. Am 6. März 2026 verabschiedete der Bundesrat auf Initiative Hessens eine Entschließung zur Liberalisierung der Kfz-Kennzeichen. Ziel ist es, künftig auch Städten und Gemeinden innerhalb bestehender Zulassungsbezirke die Einführung eigener Ortskennzeichen zu ermöglichen. Damit besteht eine konkrete bundespolitische Initiative, an die Ratingen anknüpfen kann.

„Aus einer Idee ist inzwischen ein konkreter politischer Prozess geworden. Genau deshalb war es uns wichtig, das Thema erneut in den Rat einzubringen. Ratingen gehört zu den einwohnerstärksten kreisangehörigen Städten Deutschlands ohne eigenes Kennzeichen. Wenn sich jetzt auf Bundesebene die Möglichkeit eröffnet, eigene Ortskennzeichen einzuführen, sollten wir diese Gelegenheit nutzen und unsere Interessen frühzeitig anmelden“, erläutert Peter Thomas, Vorsitzender der CDU Ratingen.

Mit dem mehrheitlichen Ratsbeschluss soll die Verwaltung den Reformprozess nun aktiv begleiten, gegenüber den zuständigen Ministerien auf Bundes- und Landesebene das Interesse Ratingens zum Ausdruck bringen und sich dabei ausdrücklich für das Kürzel „RTG“ einsetzen.

„Ein eigenes Kennzeichen ist ein Stück Heimatverbundenheit, das man jeden Tag mit sich trägt. Ob auf dem Weg zur Arbeit, im Urlaub oder irgendwo auf Deutschlands Straßen: RTG würde unsere Stadt weit über ihre Grenzen hinaus sichtbar machen. Genau deshalb haben wir uns von der ersten Ablehnung nicht entmutigen lassen und sind an dem Thema drangeblieben. Wir freuen uns, dass unser Anliegen nun auch im Stadtrat eine Mehrheit gefunden hat“, erläutert Leon Puttkammer, sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion.

Wichtig ist den Christdemokraten außerdem, dass durch ein zusätzliches Regionalkennzeichen keine Verpflichtung für bestehende Fahrzeughalter entstehen soll. Wer sein bisheriges ME-Kennzeichen behalten möchte, könnte dies weiterhin tun. Auch der Kreis Mettmann bliebe für die Zulassung der Fahrzeuge zuständig.

„Niemand muss sein bisheriges Kennzeichen abgeben. Es geht schlicht darum, den Ratingerinnen und Ratingern künftig eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zu eröffnen. Gleichzeitig könnten mit RTG weitere Kennzeichenkombinationen neben dem bereits bestehenden Kennzeichenkürzel ME verfügbar werden“, erklärt Henry Dietl, sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion.

Mit dem Ratsbeschluss ist das Kennzeichen allerdings noch nicht eingeführt. Zunächst muss der Bund die weiteren rechtlichen Voraussetzungen schaffen. Ratingen soll sich nun frühzeitig in den Reformprozess einbringen, damit bei einer entsprechenden Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung künftig auch das Kürzel RTG auf den Straßen zu sehen ist.