Ausbau des Springer-Pools

Ratingen. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen begrüßt den Ausbau des Springer-Pools für die städtischen Kindertageseinrichtungen von sechs auf zehn Stellen – stellt aber zugleich klar: Das ist nur ein erster Schritt.

Der Springer-Pool wurde maßgeblich von der SPD angestoßen, um die massiven Personalausfälle in den Kitas besser abzufedern und Betreuungsausfälle zu reduzieren.

„Eine verlässliche Kinderbetreuung ist für Familien, Kinder und auch für Arbeitgeber von zentraler Bedeutung. Dass wir den Springer-Pool jetzt endlich ausbauen, ist richtig – aber eigentlich längst überfällig“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Wiglow.

Auch Finja Reuter, Ratsmitglied und Mitglied im Jugendhilfeausschuss, macht deutlich, wie angespannt die Lage vor Ort ist: „Die Realität in den Kitas ist klar: Krankheitsbedingte Personalausfälle gehören zum Alltag und führen immer wieder zu Einschränkungen. Zusätzliche Springerstellen sind kein Luxus, sondern dringend notwendig.“

In vielen Einrichtungen kommt es weiterhin zu verkürzten Öffnungszeiten oder Betreuungseinschränkungen wie der sogenannten „Päckchenlösung“. Trotz gegenseitiger Unterstützung der Kitas und flexiblem Personaleinsatz stoßen die Systeme immer wieder an ihre Grenzen.

Die SPD will sich deshalb nicht mit dem jetzigen Ausbau zufriedengeben. „Zehn Stellen sind ein Fortschritt, aber noch keine Garantie für stabile Verhältnisse. Wir werden sehr genau hinschauen, ob das ausreicht“, so Wiglow. „Unser Anspruch ist klar: Schluss mit dauerhaften Notlösungen in der Kinderbetreuung.“

Konkret fordert die SPD ein konsequentes Monitoring: Die Verwaltung soll regelmäßig im Jugendhilfeausschuss über den Einsatz des Springer-Pools berichten und zusätzlich transparent machen, wie sich Öffnungszeitenreduzierungen und Betreuungseinschränkungen entwickeln.

Neben zusätzlichem Personal setzt die Stadt künftig auch auf digitale Unterstützung durch eine App zur Bildungsdokumentation – aus Sicht der SPD ein sinnvoller Schritt, der jedoch die strukturellen Personalprobleme nicht ersetzt.

Deutliche Kritik übt die SPD an der Haltung der CDU: „Es ist für uns völlig unverständlich, dass die CDU-Fraktion selbst diese moderaten und notwendigen Maßnahmen kritisch sieht“, sagt Wiglow. „Wer die Probleme in den Kitas kennt, sollte alles unterstützen, was die Situation konkret verbessert – und nicht ausbremsen.“

Für die SPD bleibt klar: Verlässliche Kinderbetreuung ist keine freiwillige Leistung, sondern eine zentrale Voraussetzung für Chancengerechtigkeit, funktionierende Familienstrukturen und einen starken Wirtschaftsstandort.