Ratingen. Die geplante Entwicklung der strategischen Gewerbeflächen-Reserve im Schwarzbachquartier ist ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Zukunft Ratingens. Für die noch unbebauten Flächen schlagen Grüne und CDU nun jedoch einen alternativen Umgang in der Übergangszeit vor: Statt einer vollständigen Einzäunung setzen die beiden Fraktionen auf eine offene, ökologische und zugleich funktionale Gestaltung.

Hintergrund ist die Verwaltungsvorlage, die eine Einzäunung der Flächen mit einem zwei Meter hohen Stabgitterzaun vorsieht. Aus Sicht der antragstellenden Fraktionen würde eine solche Lösung jedoch die Fläche vollständig vom Umfeld abtrennen und die Nutzung für Beschäftigte sowie Anlieger unmöglich machen.
Für beide Fraktionen ist klar: Gerade in einer voraussichtlich längeren Vermarktungsphase sollte die Fläche nicht abgeschottet, sondern sinnvoll in das Quartier integriert werden. „Wir wollen eine Lösung, die sowohl ein ordentliches Erscheinungsbild sicherstellt als auch Aufenthaltsqualität schafft. Eine komplett eingezäunte Fläche sendet das falsche Signal – insbesondere in einem Gebiet, das perspektivisch für Arbeiten, Aufenthalt und Begegnung stehen soll“, erklärt Ute Meier, Fraktionsvorsitzende der Grünen.
Gerold Fahr, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, ergänzt: „Wir verbinden mit unserem Vorschlag mehrere Ziele: ökologische Aufwertung, Aufenthaltsqualität und gleichzeitig eine wirtschaftlich sinnvolle Zwischenlösung.“
Konkret schlagen die Fraktionen vor, die Flächen als extensive Blühwiese zu gestalten und so ökologisch aufzuwerten. Ergänzend sollen an den Rändern Sitzmöglichkeiten entstehen, die eine Nutzung für Beschäftigte und Anlieger ermöglichen. Eine Einfriedung soll lediglich punktuell und in niedriger Form entlang der Josef-Schappe-Straße erfolgen, um illegales Befahren zu verhindern.
„Gerade in der Übergangsphase liegt eine Chance, das Quartier bereits heute erlebbar zu machen“, betont Jörn-Eric Morgenroth, Ratsmitglied der Grünen. „Eine offene Gestaltung schafft Akzeptanz und wirkt deutlich einladender als eine abgeschlossene Fläche“, ergänzt Claus Köster, Ratsmitglied der CDU.
Flankierend regen Grüne und CDU an, die Fläche durch ein Werbeschild der Wirtschaftsförderung sichtbar als zukünftigen Gewerbestandort zu positionieren. Damit soll deutlich gemacht werden, dass es sich um eine temporäre Gestaltung handelt, ohne das langfristige Ziel hochwertiger Arbeitsplätze aus dem Blick zu verlieren.
Abschließend unterstreichen beide Fraktionen den gemeinsamen Ansatz: „Der Antrag zeigt, dass sich wirtschaftliche Entwicklung, ökologische Aspekte und Aufenthaltsqualität nicht ausschließen müssen. Im Gegenteil: Durch kluge Übergangslösungen können wir alle drei Ziele miteinander verbinden und das Quartier schon heute positiv prägen.“
