Babykröten unterwegs am Blauen See

Ratingen. Die Hüpferlinge sind da! Gemeint sind damit die winzig kleinen Babykröten, nicht größer als ein Fingernagel, schwarz und gut getarnt, die seit Ende Juni ihr Geburtsgewässer verlassen. Damit beginnt ihre gefährlichste Lebensphase, denn sie sind auf Asphalt, Schotterwegen oder Gras kaum zu sehen. Die Gefahr ist groß, dass sie, natürlich unabsichtlich, von Fußgängern auf Wegen aller Art zertreten und von Fahrrad- oder Autoreifen zerquetscht werden.

Aktuell sind am Blauen See winzige Babykröten unterwegs (Foto: Sabrina Mohr, NABU)

Auf dem Gelände am Blauen See ist der Krötennachwuchs aktuell unterwegs. Die Stadt bittet daher dringend um erhöhte Aufmerksamkeit im Bereich zwischen der Naturbühne und dem Minigolfplatz. Dazu wurden bereits Hinweisschilder aufgestellt, um auf die Krötenwanderung hinzuweisen.

Wenn man jetzt auf eine kleine geschlüpfte Kröte trifft, gilt wie für alle Wildtiere grundsätzlich: bitte in Ruhe lassen. Bevor eine einzelne Kröte aber Schaden nimmt, spricht nichts dagegen, sie in der Hand ein paar Meter über die Straße zu tragen. „Da die Krötenwanderung ein natürlicher Prozess ist, steht ihr Schutz im Vordergrund. Auf ein Einsammeln und Umsetzen der Tiere wird jedoch, anders als zur Frühjahrswanderung der Elternkröten, verzichtet, da dies für den kleinen Nachwuchs zusätzlichen Stress bedeutet und nicht zielführend ist“, erklärt Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener.

Zwar gilt die Erdkröte noch als „ungefährdet“ – doch ihre Bestände nehmen deutschlandweit ab. Gründe dafür sind die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen oder Bebauung, der Tod im Straßenverkehr sowie Pestizide.

Wer seinen Garten mit einfachen Mitteln krötenfreundlich gestalten möchte, lässt Totholz-, Laub- oder Reisighaufen liegen. Auch feuchte Unterschlüpfe unter Steinen, in Mauerspalten oder Wurzelhöhlen bieten ihnen Schutz. Wichtig ist auch: keine Chemie im Garten. Insektizide vernichten die Nahrungsgrundlage, von denen sich der Nachwuchs ernährt. Schneckenkorn ist ebenfalls tabu, denn die Weichtiere stehen auf dem Speiseplan der Erdkröten, über die Beute nehmen sie das Gift auf.

Als Jäger verspeisen Erdkröten auch Asseln, Käfer, Spinnen, Fliegen, Tausendfüßler und Larven, darunter auch etliche Gartenschädlinge. Es lohnt sich also, gute Lebensbedingungen für die Hüpferlinge zu schaffen.