Ratingen. Der ökumenische Arbeitskreis GEDENKEN hat das Jahresthema 2025 „erinnern – verbinden – versöhnen“ in diesem Jahr inhaltlich weiterentwickelt und stellt es als zentrales Friedens-Thema in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Im Rahmen der Erinnerung lädt der Arbeitskreis deshalb am 9. Mai 2026 um 11 Uhr zu einer Gedenk- und Friedensveranstaltung auf den Kirchplatz vor St. Peter und Paul ein – direkt am Mahnmal für die elf Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. In die Feier wird auch die Friedensglocke aus Chorweiler mit einbezogen, die anlässlich des Stadtjubiläums „750 Jahre Ratingen“ auf dem Kirchplatz aufgestellt wurde.

An diesem Samstag (09.05.) wird an jene elf Menschen gedacht, die in den letzten Kriegstagen im Kalkumer Wald von der Gestapo ermordet und im Waldboden verscharrt wurden. Am 13. Mai 1945 wurden die Toten auf Veranlassung der amerikanischen Besatzungsmacht auf dem ehemaligen Friedhof neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul beigesetzt. Im Jahre 1948 fanden die Toten dann ihre endgültige letzte Ruhe auf dem Waldfriedhof.
Hier steht auf jeder Erinnerungsplatte: Unbekannt. Sie stehen stellvertretend für zahllose Menschen, die durch Krieg, Gewalt, Vertreibung und Hass ihr Leben verloren haben – damals wie heute.
Das Gedenken an diese elf Zwangsarbeiter verbindet sich an diesem Tag bewusst mit dem Thema Frieden:
Hans Müskens schrieb die Erzählung „Meine Geschichte der unüberhörbaren Botschaft“. Diese Geschichte wird von zwei Erwachsenen erzählt und zugleich von Kindern pantomimisch zum Leben erweckt.
Worte, untermalt mit Gesten und Bildern, machen sie sichtbar, wie wichtig es ist, die leise und doch unüberhörbare Stimme des Friedens wahrzunehmen.
In von Kindern formulierten Fürbitten für den Frieden kommen Hoffnung, Sehnsucht und die Verantwortung der jüngeren Generation zur Sprache. Begleitet werden diese Momente vom Klang der Friedensglocke. Jeder Schlag der Glocke steht für die Erinnerung an die Opfer, für die Bitte um Frieden und für die Bereitschaft zur Versöhnung. So wird aus dem stillen Gedenken am Mahnmal eine lebendige Friedensbotschaft, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet und weit über den Kirchplatz hinaus klingt.
Im Anschluss an das Gedenken sind alle zu Begegnung und Gespräch im Glaspavillon eingeladen.
