Mitreden, mitdenken, mitgestalten – Gemeinsam gegen Einsamkeit

Ratingen. Dass das Thema „Einsamkeit“ auch in Ratingen in der Luft liegt, konnte man dem großen Interesse entnehmen, das über 100 Menschen zu einer Beteiligungsveranstaltung in die Stadthalle gelockt hatte.

Ratingen möchte sich in seinem Jubiläumsjahr auf den Weg machen zu einer Stadtgesellschaft, in der möglichst alle Bürgerinnen und Bürger sich aufgehoben und geborgen fühlen. Nachbarschaften sollen für das Thema sensibilisiert werden, und durch eine aktivere Vernetzung der Angebote sollen auch diejenigen angesprochen werden, die bislang nicht erreicht wurden.

Der Erste Beigeordnete und Sozialdezernent Harald Filip begrüßte bei der Veranstaltung die gemischte Gesellschaft aus Bürgern sowie Vertretern von Vereinen und sozialen Institutionen, aus Politik und Verwaltung. Er machte mit eindringlichen Worten deutlich, wie sehr ihm dieses Thema am Herzen liegt, und beschrieb den Unterschied von (gewolltem) Allein-Sein und dem subjektiven Gefühl von Einsamkeit, das auch auftreten könne, während man sich mitten in Gesellschaft oder Familie befinde.

Der sich anschließende fundierte und alltagsnahe Vortrag durch Professorin Dr. Susanne Bücker von der Universität Witten-Herdecke ließ aufhorchen. So betonte sie, dass das Thema Einsamkeit in allen Bevölkerungsgruppen zu finden sei. Es überraschten die von ihr präsentierten Forschungsergebnisse, die zeigen, dass vor allem die Gruppe der 13-bis 17-Jährigen verschärft und überdimensional häufig mit dem Gefühl der Einsamkeit zu kämpfen habe. So war es gut, dass Engagierte des Jugendrates und Mitarbeitende aus dem Jugendamt bei der Veranstaltung mitwirkten. Die Referentin verglich das Gefühl von „Einsamkeit“ mit dem „Durst-haben“. Auch dies sei ein Gefühl, das man nicht grundsätzlich als „schlecht“ bewerten würde. Vielmehr sei es ein Warnsignal, das darauf hinweist, jetzt aktiv werden zu müssen, um einen Mangel wieder auszugleichen.

In zahlreichen Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Anwesenden im Anschluss des Vortrags mit fünf unterschiedlichen Fragestellungen rund um das Thema. Sie sammelten vielfältige Ideen und machten sich Gedanken darum, welche Projekte und Strukturen in Ratingen helfen könnten, um Menschen aus der Einsamkeit herauszuholen.

Nach einer erfrischenden Pause, die für Vernetzungsgespräche lebhaft genutzt wurde, stellten die unterschiedlichen Tische ihre Arbeitsergebnisse vor. Die Vorbereitungsgruppe wird nun die Ergebnisse auswerten und dann mit konkreten Projektvorschlägen mit denjenigen ins Handeln kommen, die sich für eine aktive Weiterarbeit interessiert haben.

Für Rückfragen stehen bei der Verwaltung Sabine Bretschneider (Telefon 02102 550-5059) oder Astrid Kapels (Telefon 02102 550-5066) zur Verfügung.