Ratingen-West 2050: Rat führt Zukunftsprozess einstimmig weiter

Wie soll Ratingen-West in zwanzig oder dreißig Jahren aussehen – und wie lassen sich die vielen einzelnen Projekte im Stadtteil zu einer nachvollziehbaren Gesamtentwicklung verbinden? Mit dieser Frage hatte die CDU-Fraktion im Sommer den Prozess „Sauber. Vernetzt. Sozial. Zukunftsfähig – Ratingen-West 2050“ angestoßen. Der Rat hat nun einstimmig die im Beratungsgang entwickelte weitere Vorgehensweise beschlossen.

Der ursprüngliche Antrag sah einen umfassenden Leitbildprozess unter externer fachlicher Begleitung und mit breiter Beteiligung von Bürgerschaft, sozialen Trägern, Wirtschaft, Verwaltung und Politik vor. In den Ausschüssen wurde der Weg anschließend angepasst: Die Verwaltung soll auf Grundlage der Zielsetzung zunächst einen Vorschlag entwickeln, wie ein sinnvoller und leistbarer Zukunftsprozess für Ratingen-West konkret aussehen kann.

Lars Bammann, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ratingen-West und Ratsmitglied der CDU, sieht darin einen wichtigen nächsten Schritt: „In West passiert derzeit viel. Initiativen und Projekte in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Grün- und Freiflächenmodernisierung soziale Infrastruktur, Sicherheit im öffentlichen Raum und wirtschaftliche Entwicklung lassen sich aber nicht dauerhaft getrennt voneinander betrachten. Entscheidend ist, dass in allen Maßnahmen ein nachvollziehbarer, roter Faden für die Stadtteilentwicklung erkennbar ist.“

Die zwölf Leitgedanken der CDU reichen von Sauberkeit und Ordnung über Wohnen und Bildung bis zu Mobilität, Wirtschaft und Integration. Sie sind kein fertiger Masterplan, sondern Themen, die in einer langfristigen Perspektive für West mitgedacht werden sollen.

Sebastian Wladarz, Ratsmitglied der CDU und Sprecher im Bezirksausschuss Ratingen-West, hatte bereits bei der Einbringung darauf hingewiesen, dass ein solcher Prozess nur dann sinnvoll ist, wenn daraus konkrete Orientierung entsteht. „Es geht um weit mehr als Stadtplanung allein. Bildung, Integration, Wohnen, wirtschaftliche Entwicklung und das soziale Miteinander hängen im Alltag zusammen. Ein Zukunftsprozess muss diese Perspektiven zusammenbringen – und am Ende in Entscheidungen münden, die für die Menschen nachvollziehbar sind.“

Dabei soll nichts doppelt geplant werden. In Ratingen-West bestehen bereits Konzepte, laufende Verfahren und konkrete Projekte. Der Zukunftsprozess kann diese nicht ersetzen, wohl aber Schnittstellen sichtbar machen und eine langfristige Richtung formulieren. Gerade deshalb hatte die Verwaltung in den Vorberatungen auf den personellen Aufwand eines zusätzlichen umfassenden Beteiligungsprozesses hingewiesen. Der nun beschlossene Zwischenschritt soll klären, welche Form tatsächlich praktikabel ist.

Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion, bewertet das einstimmige Votum als Grundlage für diese Konkretisierung: „Unser Ziel war nie ein weiteres Papier für das Regal. Wir wollen vorhandene Entwicklungen aufnehmen, Lücken erkennen und eine gemeinsame Perspektive schaffen. Dass der Rat den nächsten Schritt einstimmig mitträgt, gibt der Verwaltung jetzt den Auftrag, daraus ein umsetzbares Verfahren zu entwickeln.“

Zu den Themen, die dabei miteinander verzahnt werden können, gehören unter anderem bestehende Planungen zu Wohnen und Gewerbe, Mobilität und öffentlichem Raum. Jede dieser Fragen behält ihre eigenen Zuständigkeiten und Beschlusswege. Der Nutzen eines übergreifenden Prozesses liegt gerade darin, Zusammenhänge früher zu erkennen, statt sie erst dann zu bemerken, wenn einzelne Planungen bereits weit fortgeschritten sind.

Mit dem Ratsbeschluss ist noch kein fertiges Leitbild beschlossen, sondern der nächste Arbeitsauftrag. Sobald der Verwaltungsvorschlag vorliegt, werden Umfang, Beteiligung und Prioritäten konkret beraten.