Rezertifizierung des AJC als Fairtrade-School

Ratingen. Kurz nach dem Ende der fairen Woche in Ratingen, war es am 27. September 2020 soweit. Die Urkunde der Rezertifizierung des Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg (AJC) als Fairtrade-School wurde unterschrieben. „Durch ihr Engagement für den fairen Handel dient die Schule als Vorbild für andere Schulen. Als Fairtrade-School trägt sie dazu bei, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Produzentenfamilien in Ländern des globalen Südens zu verbessern und die Armut zu verringern“, ist dort zu lesen. Das Zertifikat vergibt der Kölner Verein „TransFair“, der sich die Förderung des Handels mit der 3. Welt zum Ziel gesetzt hat. Seit zwei Jahren trägt das AJC nun den Titel. Damals erhielt es ihn in einer großen Feierstunde zusammen mit der Stadt als erste Ratinger Schule.

Um Fairtrade-School zu werden und zu bleiben müssen klare Kriterien erfüllt werde. Zunächst muss ein Fairtrade-Schulteam aus Lehrer*innen und Schüler*innen existieren. Außerdem muss ein sogenannter Fairtrade-Kompass vorliegen. In diesem ist geregelt, dass die Schule, wo immer möglich, Fairtrade-Produkte zur Verfügung stellt, Fairtrade-Aktionen durchführt und das Thema im Unterricht behandelt.

Die fairen Produkte werden zum Beispiel im Schulbistro, in der Mensa Adams Kostbar, während der Lehrerkonferenzen oder als Präsente für Gastdozenten angeboten. Sehr beliebt waren auch die Aktionen der Schülervertretung (SV) und der Höheren Handelsschule anlässlich des Valentins- und des Nikolaustages. Sowohl die Rosen als auch die Schokoladennikoläuse, die Schüler sich gegenseitig schenken konnten, kamen aus fairem Handel.

Im Unterricht bilden die Aspekte Nachhaltigkeit und ökonomische Verantwortung in vielen Fächern und Bildungsgängen einen besonderen Schwerpunkt. So hatten sich Schüler*innen der Höheren Handelsschule zum Beispiel im Fach Religion mit den Folgen der wachsenden Handynutzung auseinandergesetzt. Wo kommen die Rohstoffe her, wie sind die Arbeitsbedingungen in den Minen für seltene Erden, welchen Lohn erhalten die Arbeiter*innen, welche Folgen hat der Handyboom für die Umwelt und welche Lösungen gibt es für die entstandenen Probleme? Die Antworten auf diese Fragen beschäftigten die Schüler*innen mehrere Wochen, um dann zum Abschluss alte und defekte Handys zu sammeln und dem Naturschutzbund (NABU) Deutschland zur Wertstoffgewinnung zu spenden.

Oder die Nachhaltigkeit in der Textilindustrie stand im vergangenen Schuljahr im Rahmen einer internationalen Woche des Erasmus-Projekts „Sustainable living – active citizens“ im Zentrum. Daran nahmen über 30 Schüler*innen und Lehrer*innen aus Norwegen, Finnland, Frankreich, Italien und Nordmazedonien teil.

Und ganz aktuell wurde ein Videoclip als Element der virtuellen Fairtrade-Stadttour gelauncht. An der Tour nehmen verschiedene Stationen in Ratingen, die sich durch fairen Handel auszeichnen, teil.

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