Straßenkriminalität 2021 in Ratingen-Mitte

Wie steht es um die Sicherheit in Ratingen-Mitte? Das war die Frage, die der Bezirksausschuss Mitte auf Antrag aller Fraktionen nach Zeitungsberichten über diverse Straftaten veranlasst hatte, die Polizei und den Ordnungsdienst über Straßenkriminalität 2021 berichten zu lassen. Die Initiative kam von der CDU, die eine transparente Offenlegung mit objektiven Zahlen gefordert hatte.

409 Straftaten im Bereich der Straßenkriminalität gab 2021 im Postleitzahlbereich Ratingen-Mitte. Der Ratinger Polizeichef, Polizeihauptkommissar Frank Bauernfeind, gab einen dezidierten Bericht. Danach wurden 182 Fahrräder und 59 Kraftfahrzeuge als gestohlen gemeldet. Die meisten Fahrräder wurden in der Innenstadt rund um den Marktplatz und das Rathaus gestohlen.

Hinzu kamen 34 angezeigte Taschendiebstähle, insbesondere in der Fußgängerzone. 79 Mal wurden Sachbeschädigungen angezeigt, dazu kommen 30 Graffiti-Schmierereien. In diesem Bereich ist jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, weil leider längst nicht jede Straftat bei der Polizei angezeigt wird.

Besonders schlimm und damit relevant für das Sicherheitsgefühl der Ratinger Bürger sind Körperverletzungen. Davon gab es in Ratingen-Mitte 120, also fast jeden dritten Tag eine. Davon waren 26 sogar sogenannte gefährliche Körperverletzungen, also solche, bei denen Waffen wie Schlagstöcke, Messer etc. im Spiel waren. Diesen besonders schweren Straftaten geht die Polizei mit hohem Aufwand nach, so dass bei Gewaltdelikten die Aufklärungsquote mit 82% besonders hoch ist.

Auch Betäubungsmittelverstöße, also mit Rauschgiftbesitz auch in kleinen Mengen, sind 76 Fälle aktenkundig geworden. Was weniger bekannt ist: wer mit Rauschgift erwischt wird, gilt für 5 Jahre als nicht zuverlässiger Straßenverkehrsteilnehmer und kann grundsätzlich keinen Führerschein erwerben.

Auch wenn Ratingen mit 40.000 Straftaten im Kreis Mettmann von 100.000 Straftaten ein Schwergewicht im Kreis ist: Gemessen an umliegenden Großstädten lebt es sich in Ratingen vergleichsweise sicher, wie Bauernfeind das Ergebnis einordnete.

Wie die CDU auf Anfrage mitteilte, will sie die Zahlen zunächst auswerten. Klar sei aber, dass in einigen Bereichen Handlungsbedarf bestehe. Schließlich sei jeder Geschädigte einer zu viel.

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